https://www.top-zusteller.de/
https://www.top-zusteller.de/
Irrfahrt im Schienenersatzverkehr - bis ein Fahrgast selbst eingreift
Irrfahrt im Schienenersatzverkehr - bis ein Fahrgast selbst eingreift
07.03.2019 - 10:20 Uhr
Franziska Kiedaisch

Rastatt/Malsch - Sich auf Kosten des öffentlichen Nahverkehrs zu ärgern, ist bekanntermaßen ein Leichtes. Verspätungen und Pannen bieten dazu genügend Anlässe. Deshalb sorgt auch die Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) gerne vor, wenn Störungen des Betriebsablaufs vorherzusehen sind - etwa im Rahmen der Bahn-Streckensperrung, die wegen des Baus einer Radwegunterführung in Rastatt Ende Februar nötig wurde.

Ein Schienenersatzverkehr (SEV) sollte den reibungslosen Transport der Fahrgäste garantieren. Blöd nur, wenn gerade diese Vorsorge am Ende erst recht zu Verspätungen führt und den Unmut der Fahrgäste nach sich zieht.

So berichtet uns BT-Leser Michael Muser jetzt von seiner chaotischen und zeitintensiven Fahrt mit dem SEV vom Rastatter Bahnhof bis zur Ortsmitte Malsch am Abend des 21. Februars. Ein ortsunkundiger und "völlig überforderter Fahrer" habe den Bus zunächst auf Umwegen bis an den Malscher Bahnhof manövriert, von wo aus die Irrfahrt drohte, rasant Fahrt aufzunehmen.

Fahrgast lotst Busfahrer

Doch Muser erprobte prompt seine Fähigkeiten als menschliches Navigationsgerät und lotste den desorientierten Busfahrer schließlich erfolgreich bis zu seinem Ziel. Sicher nicht im Sinne des Erfinders war dabei auch, dass sich durch die Orientierungslosigkeit am Steuer die prognostizierte Fahrzeit von 22 Minuten glatt verdoppelte. Gegenüber Muser hat sich der Busfahrer damit erklärt, nur einmal bei Helligkeit in die Strecke eingewiesen worden zu sein; im Dunkeln sehe eben alles anders aus.

Keine Navis in Bussen

AVG-Sprecher Nicolas Lutterbach bestätigt die Panne und entschuldigt sich bei den betroffenen Fahrgästen. "Grundsätzlich lief der SEV auf der Strecke aber gut. Bis auf diesen einen Vorfall gab es keine Beschwerden", sagt er. Eine mangelhafte Schulung des Fahrers sieht er hingegen nicht: Üblichweise erhielten Busfahrer zur Einweisung in neue Strecken nur einen Linienverlaufplan. Weil die SEV-Strecke aber "relativ lange und anspruchsvoll" sei, habe man diese einmal gemeinsam mit den Fahrern abgefahren, erklärt er. An neuralgischen Punkten auf der Strecke seien zudem Markierungen angebracht worden. "Aber wo Menschen am Werk sind, ist man vor Fehlern eben nicht gefeit", gibt Lutterbach zu Bedenken. Der Einbau von Navigationsgeräten liege hingegen nicht im Aufgabenbereich von AVG und KVV, die selbst keine Fahrzeuge besitzen und deshalb externe Busunternehmen mit dem SEV beauftragen. Die AVG setzt also bei der Navigation auf die Eigenverantwortung und den Orientierungssinn der Busfahrer - oder der ortskundigen Fahrgäste.

BeiträgeBeitrag schreiben 
Umfrage

Die Grippezeit hat begonnen. Ein kleiner Pikser kann davor schützen, krank zu werden. Lassen Sie sich gegen die Grippe impfen?

Ja.
Nein.
Weiß ich noch nicht.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz