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Viele tödliche Tram-Unfälle
Viele tödliche Tram-Unfälle
21.04.2019 - 09:48 Uhr
Karlsruhe (lsw) - In den fünf größten Städten Baden-Württembergs sind 2018 insgesamt sieben Menschen bei Straßenbahnunfällen gestorben. Das geht aus den polizeilichen Unfallstatistiken für die Städte Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Freiburg und Heidelberg hervor. Verglichen mit den vergangenen fünf Jahren ist das ein Höchstwert. 2017 waren es vier, 2016 nur drei. Die meisten Todesopfer entfallen auf die Stadt Karlsruhe. Hier starben vier Menschen.

Ein Lastwagen fährt bei Rot über eine mehrspurige Kreuzung, kracht in eine Straßenbahn und hebt sie aus den Gleisen. 17 Menschen werden verletzt. Eine 37-jährige Frau stirbt bei dem Versuch, die Gleise an einer Straßenbahnhaltestelle zu überqueren. Zwei dramatische Unfälle, die sich dieses Jahr innerhalb eines Monats in Karlsruhe ereignet haben.

Unsicheres Karlsruhe?

Hat die Stadt ein Problem mit Straßenbahnunfällen? Eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) aus dem Jahr 2016 sagt "ja": Sie zeichnet ein Bild von Karlsruhe als besonders gefährliche Stadt.

Gesamtzahl der Verunglückten geht zurück

Doch geht man tiefer in die Zahlen, zeigt sich ein anderes Bild. Denn die Gesamtzahl der Verunglückten war 2018 so niedrig wie seit mindestens fünf Jahren nicht mehr. Laut Polizeistatistik kamen im vergangenen Jahr in Karlsruhe 56 Menschen bei Straßenbahnunfällen zu Schaden.

Matthias Zimmermann, Leiter der Abteilung Straßenentwurf und -betrieb am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), hält Karlsruhe nicht für außerordentlich gefährlich: "Relativ auf die Anzahl der Bahnen habe ich keine Indizien, dass es hier kritischer ist."

Wie kann es dann sein, dass in Karlsruhe im vergangenen Jahr laut Polizeiangaben vier Menschen bei Unfällen mit Straßenbahnen gestorben sind? In Mannheim waren es zwei, in Stuttgart einer. So dramatisch diese Unfälle sind, sie spiegeln nicht die Gesamtentwicklung wider.

Nur die wenigsten Unfälle werden von Bahnen verursacht

Der Einzelfallcharakter macht es zudem besonders schwierig, tödliche Unfälle zu verhindern. Orte tödlicher Straßenbahnunfälle liegen meist weit verstreut. Man könne diese Unfälle nur schwer systematisieren, sagt Zimmermann. Nur die wenigsten Unfälle werden von Straßenbahnen verursacht, rund zehn Prozent schätzt der Verkehrsexperte des KIT. In der Regel seien es Regelverstöße und Unaufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer, die zu Unfällen führen: Autofahrer, die bei Rot fahren, unerlaubt abbiegen oder wenden. Fußgänger, die noch schnell über Gleise gehen oder abgelenkt sind.

Fahrer trainieren im Simulator

Man müsse Verkehrsteilnehmer dafür sensibilisieren, dass sie sich mit bestimmten Verhaltensweisen selbst gefährden, sagt Zimmermann.

In Karlsruhe trainieren Straßenbahnführer mittlerweile für solche Fälle: "Wir haben für eine Million Euro vor einigen Jahren einen Fahrsimulator angeschafft, wo unsere Fahrer auf gefährliche Situationen hin geschult werden", sagt Michael Krauth, Pressesprecher der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG).

Bauliche Maßnahmen

Auch baulich versuchen die Verkehrsbetriebe, Unfällen vorzubeugen. Zum Beispiel mit sogenannten Z-Übergängen. Die sollen die Blickrichtung der Fußgänger in Richtung einfahrender Bahnen lenken. "Wir tun als Verkehrsunternehmen hier alles, um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten", sagt Krauth. Doch letztlich sei jeder Verkehrsteilnehmer für seine eigene Sicherheit und die der anderen verantwortlich.

Foto: dpa

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