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Angeklagter räumt Unfall ein
Angeklagter räumt Unfall ein
29.04.2019 - 11:28 Uhr
Gaggenau (ml) - Im Prozess gegen einen 48-Jährigen, der unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen eine 54-Jährige und ihren sieben Monate alten Enkel umgefahren und dabei getötet haben soll, hat der Angeklagte am Montag sein Schweigen gebrochen. Der Verteidiger des Mannes kündigte zum Prozessauftakt vor dem Rastatter Schöffengericht an, dass sein Mandant aussagen und den Unfall einräumen werde.

Zu Beginn der Verhandlung hatte der Staatsanwalt die beiden Anklagen gegen den 48-Jährigen verlesen. In der ersten Anklage wird dem Mann der Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung habe man eine Indoor-Plantage mit insgesamt 48 Marihuanapflanzen, Marihuanasamen sowie weiteres Marihuana sichergestellt.

Zweite Anklage dreht sich um den Unfall

Die zweite Anklage ist die schwerwiegendere, in ihr geht es um den Unfall, der sich am 13. Juli vergangenen Jahres in der Gaggenauer Goethestraße ereignet hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem deutschen Angeklagten vor, an jenem Tag zwischen 16 und 20.30 Uhr in einer Gaggenauer Gaststätte sieben Gläser Bier sowie vier Gläser Ouzo getrunken zu haben und danach entsprechend alkoholisiert sowie unter dem Einfluss weiterer berauschender Mittel mit seinem Renault in Richtung seiner damaligen Wohnung in Gaggenau gefahren zu sein.

Frau stirbt sofort, Enkel kurze Zeit später

In der Goethestraße habe er dann in einer lang gezogenen Linkskurve die Kontrolle über seinen Wagen verloren, danach zunächst den Radweg überfahren und schließlich die auf dem Gehweg laufende Frau sowie den Säugling erfasst. Dabei sei die 54-Jährige etwa 39 Meter weggeschleudert worden. Sie habe dabei massivste Verletzungen erlitten, denen sie noch am Unfallort erlegen sei. Der sieben Monate alte Säugling wurde laut Staatsanwaltschaft aus dem Kinderwagen auf die Straße geschleudert, er sei später in einer Klinik verstorben.

Vorwurf der fahrlässigen Tötung

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, trotz seiner durch Alkohol und Drogen bedingten Fahruntüchtigkeit gefahren und nach dem Unfall geflüchtet zu sein. Er habe seinen Wagen in der Nähe seiner damaligen Wohnungen abgestellt und sich bei einem Bekannten versteckt. Zudem muss er sich wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung in zwei Fällen verantworten.

Anklagen werden in einem Prozess verhandelt

Das Gericht hatte die im September erhobenen Anklagen im Januar zugelassen und zu einem Verfahren zusammengefasst, für das drei Verhandlungstage angesetzt sind.

Verteidiger: Angeklagter in Therapie

Der Verteidiger des Angeklagten kündigte an, dass sein Mandant den Vorwurf des Drogenbesitzes einräumen werde, er habe diese zum Eigenbedarf angebaut, da er alkohol- und drogenabhängig sei, die Sucht inzwischen aber in einer Therapie bekämpfe.

Auch zum tödlichen Unfall werde sein Mandant aussagen und dabei auch den Unfall einräumen. Er habe bemerkt, dass er etwas umgefahren habe, aber nicht, dass es sich dabei um Personen gehandelt habe. Zudem seien die Erinnerungen seines Mandanten etwas "durcheinander" geraten. Er gehe heute aber davon aus, dass er den Unfall verursacht habe, was ihm leidtue. Auch den Alkoholkonsum werde er einräumen.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Die Verhandlung findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Zuschauer mussten sich im Vorfeld einer doppelten Einlasskontrolle unterziehen, zudem sind im Gerichtssaal Mobiltelefone verboten, sie müssen abgegeben werden. Der Prozess stößt zudem auf ein großes Medieninteresse. Der Fall hatte im vergangenen Sommer nicht nur die Menschen in Gaggenau erschüttert, sondern bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Foto: F. Vetter

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