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Prozess wird fortgesetzt
Prozess wird fortgesetzt
12.05.2019 - 11:00 Uhr
Gaggenau (red) - Der Prozess gegen einen 48-Jährigen, der am 13. Juli 2018 einen tödlichen Unfall in der Gaggenauer Goethestraße verursacht und danach geflüchtet sein soll, wird am Montag vor dem Schöffengericht in Rastatt fortgesetzt. Am ersten Verhandlungstag hatte der Angeklagte eingeräumt, den Unfall verursacht zu haben, bei dem eine 54-jährige Frau und ihr sieben Monate alter Enkel starben.

Zu Beginn der Verhandlung hatte der Staatsanwalt die beiden Anklagen gegen den 48-Jährigen verlesen. Sie werden in einem Verfahren verhandelt. In der ersten Anklage wird dem Mann der Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung habe man eine Indoor-Plantage mit insgesamt 48 Marihuanapflanzen, Marihuanasamen sowie weiteres Marihuana sichergestellt.

Zweite Anklage dreht sich um den Unfall

Die zweite Anklage ist die schwerwiegendere, in ihr geht es um den Unfall, der sich am 13. Juli vergangenen Jahres in der Gaggenauer Goethestraße ereignet hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem deutschen Angeklagten vor, an jenem Tag zwischen 16 und 20.30 Uhr in einer Gaggenauer Gaststätte sieben Gläser Bier sowie vier Gläser Ouzo getrunken zu haben und danach entsprechend alkoholisiert sowie unter dem Einfluss weiterer berauschender Mittel mit seinem Renault in Richtung seiner damaligen Wohnung in Gaggenau gefahren zu sein.

Frau stirbt sofort, Enkel kurze Zeit später

In der Goethestraße habe er dann in einer lang gezogenen Linkskurve die Kontrolle über seinen Wagen verloren, danach zunächst den Radweg überfahren und schließlich die auf dem Gehweg laufende Frau sowie den Säugling erfasst. Dabei sei die 54-Jährige etwa 39 Meter weggeschleudert worden. Sie habe dabei massivste Verletzungen erlitten, denen sie noch am Unfallort erlegen sei. Der sieben Monate alte Säugling wurde laut Staatsanwaltschaft aus dem Kinderwagen auf die Straße geschleudert, er sei später in einer Klinik verstorben.

Vorwurf der fahrlässigen Tötung

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, trotz seiner durch Alkohol und Drogen bedingten Fahruntüchtigkeit gefahren und nach dem Unfall geflüchtet zu sein. Er habe seinen Wagen in der Nähe seiner damaligen Wohnungen abgestellt und sich bei einem Bekannten versteckt. Zudem muss er sich wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung in zwei Fällen verantworten.

In Therapie

Am ersten Verhandlungstag hatte der Angeklagte eingeräumt, dass er bemerkt habe, einen Unfall verursacht zu haben, aber nicht, dass sein Auto mit Menschen kollidiert sei. Er schilderte seine massiven Alkohol- und Drogenprobleme und berichtete, dass er sich seit Oktober in einer stationären Therapie befinde.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Der Prozess wird am Montag, 13. Mai, um 9 Uhr im Amtsgericht Rastatt fortgesetzt. Die Verhandlung findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, am ersten Prozesstag mussten Zuhörer zwei Einlasskontrollen passieren und ihre Mobiltelefone abgeben.

Symbolfoto: Jochen Denker/Archiv

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