http://www.spk-bbg.de
Gaggenauer Unfall: Urteil erwartet
Gaggenauer Unfall: Urteil erwartet
16.05.2019 - 18:02 Uhr
Gaggenau (red) - Der Prozess gegen einen 48-Jährigen, der am 13. Juli 2018 in Gaggenau eine 54-Jährige und deren sieben Monate Enkel angefahren und tödlich verletzt haben soll, wird am Freitag fortgesetzt. Erwartet werden die Plädoyers von Anklage und Verteidigung sowie die Urteilsverkündung.

Der dritte Verhandlungstag beginnt am Freitag um 9 Uhr im Saal 151 des Rastatter Amtsgerichts (im Schloss). Da der Prozess unter strengen Sicherheitsvorkehrungen stattfindet, sind erneut Einlasskontrollen zu erwarten.

In den ersten beiden Verhandlungstagen hatte der Angeklagte eingeräumt, den Unfall verursacht zu haben. Allerdings könne er sich nicht daran erinnern, Menschen umgefahren zu haben. Laut Zeugenaussagen und Gutachten habe er seinen Wagen unter erheblicher Alkoholeinwirkung sowie dem Einfluss von Cannabis gesteuert.

Unweit des Daimler-Bildungszentrums war er dann mit seinem Renault von der Fahrbahn der Goethestraße abgekommen und auf den Gehweg gefahren, auf dem die Frau und ihr im Kinderwagen liegender Enkel unterwegs waren. Sie wurden von dem Wagen erfasst. Nach dem Unfall war er weitergefahren und hatte sich später bei einem Bekannten versteckt.

Schreckensbild in der Goethestraße

Aus dem Schreckensbild, das sich Helfern und Polizeibeamten bot, rekonstruierte Sachverständiger Wolfgang Mangold von der Dekra am zweiten Verhandlungstag das Geschehen. Auch das Unfallauto hat er untersucht. Ein technischer Defekt als Unfallursache komme nicht infrage.

Rund 55 Meter Länge umfasst die Unfallstelle. Dabei wurde der Kinderwagen mindestens 39 Meter nach der Kollision weggestoßen, gut 40,5 Meter waren es bei der Frau. Auf Fotos sind die massive Eindellung der Motorhaube zu erkennen, die zerstörte Frontscheibe und weitere Schäden an der Fahrzeugfront. Die Frau starb noch an der Unfallstelle, ihr Enkel kurze Zeit später in einer Klinik.

Familie der Opfer verzichtet auf Nebenklage

Die Familie der Unfallopfer verzichtete auf eine Nebenklage. Richterin Angelika Binder verlas am zweiten Verhandlungstag eine entsprechende Erklärung. Die Familie sei nach eigenem Bekunden sehr gläubig und gehe davon aus, dass der Verursacher "seine gerechte Strafe erhalten" werde. Die Familie mit acht Kindern war vor 16 Jahren von Russland nach Deutschland umgesiedelt. Der Tod der Mutter und Ehefrau habe unter anderem dazu geführt, dass Angehörige wochen- und monatelang arbeitsunfähig gewesen seien.

Foto: Benedikt Spether/dpa/Archivfoto

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Gaggenau / Rastatt
Todesfahrt im Alkohol- und Drogenrausch

14.05.2019
Beweisaufnahme beendet
Gaggenau/Rastatt - Vor dem Schöffengericht in Rastatt endete die Beweisaufnahme zu dem tödlichen Unfall vom 13. Juli 2018. Der Tod einer 54-jährigen Frau und ihres sieben Monate alten Enkelkindes sowie die Flucht des Unfallverursachers hatten bundesweit für Aufsehen gesorgt (Foto: tom). »-Mehr
Gaggenau / Rastatt
Todesraser mit bis zu 77 km/h unterwegs

13.05.2019
Todesraser bis zu 77 km/h schnell
Gaggenau/Rastatt (red) - Im Prozess gegen den mutmaßlichen Verursacher des Unfalls, bei dem vergangenen Juli in Gaggenau eine Großmutter und ihr Enkel starben, haben am Montag ein Sachverständiger und Gutachter ausgesagt. Demnach war das Auto bis zu 77 Kilometer pro Stunde schnell und der Angeklagte stark betrunken (Foto: dpa/av). »-Mehr
Gaggenau
Wetterfeste Menschen lassen sich nicht erschüttern

13.05.2019
Zwischen Sonne und Starkregen
Gaggenau (cv) - Nachdem der Maimarkt-Samstag von Starkregen und ungemütlichem Wetter geprägt war, gab es am Sonntag eine deutliche Besserung. Mit dem Sonnenschein kamen auch die Besucher und sorgten unter dem Strich für ein versöhnliches Wochenende (Foto: Vugrin). »-Mehr
Gaggenau
Prozess wird fortgesetzt

12.05.2019
Prozess wird fortgesetzt
Gaggenau (red) - Der Prozess gegen einen 48-Jährigen, der im Juli 2018 einen tödlichen Unfall in der Goethestraße verursacht und danach geflüchtet sein soll, wird am Montag vor dem Schöffengericht in Rastatt fortgesetzt. Der Mann hatte den Unfall eingeräumt (Symbolfoto: av). »-Mehr
Gaggenau
Bedarf an Sozialwohnungen ist vorhanden

08.05.2019
Statt zwölf bald 24 Sozialwohnungen
Gaggenau (uj) - In der Theodor-Bergmann-Straße sollen drei Häuser mit zwölf Wohnungen (auf dem Foto unten links) abgerissen und durch drei Gebäude mit insgesamt 24 Sozialwohnungen ersetzt werden. Der Gemeinderat befürwortete einen entsprechenden Bebauungsplan (Foto: wiwa). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.los-rastatt.de
Umfrage

Am 16. Oktober ist Welternährungstag. Laut einer aktuellen Prognose leiden allein im südlichen Afrika 41 Millionen Menschen an Hunger. Spenden Sie für Hilfsorganisationen?

Ja, regelmäßig.
Ja, manchmal.
Nein.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz