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40-Grad-Marke könnte geknackt werden
Heiße Sommerwoche erwartet
24.06.2019 - 14:45 Uhr
Stuttgart (sw) - Heiß, heißer, am heißesten: Die Hitze legt in den kommenden Tagen in Baden-Württemberg mit jedem Tag ein bisschen zu - am Mittwoch könnte der bisherige Juni-Rekord geknackt werden und sogar das gemessene Allzeithoch wackelt. Im Westen - am Rhein und bei Freiburg - rechnen Meteorologen nach Aussagen vom Montag mit Temperaturen um 40 Grad. Kommende Woche sinken die Temperaturen auf 30 bis 33 Grad.

"Die Sonne kann fast ungestört scheinen, es kommt viel warme Luft aus Afrika zu uns", sagte die Meteorologin Sabine Krüger vom Deutschen Wetterdienst (DWD).
Am Dienstag können es demnach bis zu 36 Grad werden - etwa entlang des Neckars oder am Oberrhein. Am Mittwoch sollen diese Werte vereinzelt übertroffen werden - etwa im Rhein-Main-Gebiet. "Es kann bis zu 39 Grad warm werden. Mancherorts könnte sogar die 40-Grad-Marke geknackt werden", sagte Krüger. Somit stehen die Chancen in den kommenden Tagen gut, dass die 1947 in Frankfurt gemessene Juni-Rekordtemperatur von 38,2 Grad auch im Südwesten geknackt wird. Die Unwettergefahr ist laut Krüger hingegen bundesweit durch die trockene Luft relativ gering.

Kommende Woche sinken die Temperaturen auf 30 bis 33 Grad

Den Allzeit-Hitzerekord in Deutschland hält Kitzingen in Bayern: Sowohl am 5. Juli 2015 als auch am 7. August 2015 registrierte der DWD an der dortigen Messstation 40,3 Grad Celsius. "Es liegt im Bereich des Möglichen, dass auch dieser Rekord übertroffen wird", sagte der DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. Schließlich gehe es nur um wenige Zehntel Grad. In Baden-Württemberg gibt es laut DWD gleich drei Rekordhalter: Ebenfalls am 7. August 2015 lag die Temperatur in Bad-Mergentheim bei 40,2 Grad. Am 13. August 2003 hatten zuvor bereits Karlsruhe und Freiburg diesen Wert erreicht.
Etwas Aufatmen kann der Südwesten zum Beginn der kommenden Woche: Laut DWD sinken die Temperaturen dann etwas, erreichen aber nach wie vor 30 bis 33 Grad.

"Extreme Hitze kann schlimmstenfalls lebensbedrohlich sein"

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) warnte unterdessen vor möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Hitze. Temperaturen, die über längere Zeit bei weit über 30 Grad liegen, könnten Kreislaufbeschwerden und körperliches Unwohlsein auslösen, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. "Im schlimmsten Fall kann die extreme Hitze lebensbedrohlich sein", wird Lucha darin zitiert.

Niemals Lebewesen in Autos zurücklassen

Hitzebedingte Beschwerden könnten sich etwa in Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Erbrechen äußern. Im Alter und bei Pflegebedürftigkeit lasse das Durstgefühl oft nach, was zu gesundheitlichen Problemen führen könne. Der Minister warnte, Kinder oder geschwächte Personen dürften "niemals - auch nicht für kurze Zeit" - in geparkten Fahrzeugen zurückgelassen werden.

Hitze-Vorsorge: Bahn wartet Klimaanlagen in Zügen

Die Deutsche Bahn will sich mit der Wartung von Klimaanlagen in Zügen vor Hitzewellen in diesem Sommer wappnen. In den vergangenen Wochen seien gezielte Wartungsarbeiten erfolgt, von denen ein Großteil auf die Klimaanlagen in den Fahrgastbereichen entfalle, teilte der Staatskonzern auf dpa-Anfrage mit. Kaputte Klimaanlagen waren bis vor einigen Jahren im Sommer immer wieder ein Thema. Im Juli 2010 waren in einem überhitzten ICE mehrere Schüler kollabiert.
Nach Bahnangaben ist die komplette ICE-Flotte mit Klimaanlagen ausgestattet und 93 Prozent der IC-Züge. Im Regionalverkehr sind es gut 80 Prozent der Züge. Altfahrzeuge werden nach und nach gegen neue Züge mit Klimaanlagen ersetzt.

Unwetter und Brände in ganz Europa

In mehren europäischen Ländern kam es unterdessen zu Unwettern am Wochenende. Am Sonntagabend setzte starker Regen die serbische Hauptstadt Belgrad unter Wasser. Innerhalb einer Stunde fiel nach Medienberichten so viel Regen, wie normalerweise innerhalb eines Monats herunterkommt. Der Verkehr brach vielerorts zusammen. Auch der Westen der Schweiz und Teile Italiens wurden am Wochenende von Unwettern heimgesucht, Dutzende Menschen wurden bei Hagel verletzt.

In Griechenland dagegen brachen mehrere Wald- und Buschbrände aus. Der größte Brand tobte auf der Halbinsel Lagonisi rund 50 Kilometer östlich von Athen. Der Brandherd lag in der Nähe einer Wohngegend; die Einwohner etlicher Häuser wurden in Sicherheit gebracht. Bis Sonntag wurden die Flammen mit Löschflugzeugen und Hubschraubern gelöscht, wie die Feuerwehr mitteilte.

Symbolfoto: Martin Gerten/dpa

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