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KABS wehrt sich gegen Kritik
KABS wehrt sich gegen Kritik
02.07.2019 - 07:30 Uhr
Von Florian Krekel

Baden-Baden - In vielen Gemeindeblättern der Region findet sich seit vergangener Woche ein Fragebogen der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS). Damit wollen deren Verantwortliche gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Zum einen wehrt sich die KABS im einleitenden Text gegen die Vorwürfe der Panikmache im Hinblick auf eine Schnakenplage, nachdem die Hubschrauber zur Bekämpfung zuletzt ausgefallen waren.

Zum anderen erhofft sich die KABS Reaktionen und subjektive Einschätzungen, wie störend die Schnaken in den einzelnen Regionen entlang des Rheins empfunden wurden, da zuletzt unterschiedlich stark bekämpft werden konnte.

Im Raum südlich von Rastatt konnte vor dem Ausfall der Helikopter am 25. Mai nämlich noch eine Bekämpfung aus der Luft durchgeführt werden.

Wie wird die Schnaken-Belastung empfunden?

In anderen Regionen stand das Wasser nicht so hoch, so dass die Schnakenbekämpfer das zur Reduktion eingesetzte Eiweiß zu Fuß ausbringen konnten, wieder anderswo musste die Bekämpfung allerdings kurzfristig gänzlich ausfallen. "Jetzt geht es für uns darum, zu sehen, wie die Menschen die dadurch unterschiedlich stark aufgetretene Belastung empfunden haben", erklärt Norbert Becker, wissenschaftlicher Direktor der KABS.

"Nie behauptet, es drohe eine Plage"

Zugleich verwahrt er sich im BT-Gespräch aber gegen den Vorwurf der Panikmache. "Wir haben nie behauptet, es drohe eine Plage. Wir haben lediglich deutlich kommuniziert, dass die Zahl der Schnaken merklich zunehmen wird, da die Bekämpfung eingeschränkt war", kontert er entlang des Rheins kursierende Aussagen .

Doch das ist nicht das einzige Vorurteil, das Becker im Magen liegt und mit dem er aufräumen will. Schwerer wiegt nämlich der durch falsche Berichte in manchen Medien erweckte Eindruck, bei dem Bekämpfungsstoff BTI handle es sich um Gift. "Das ist völlig falsch, die Behauptung führt aber dazu, dass uns die Menschen zum Teil, etwa im südbadischen Raum, nicht mehr in ihre Gärten lassen wollen."

"Bekämpfungsstoff ist kein Gift"

Das sei eine gefährliche Entwicklung, so Becker, denn dadurch könne etwa im Hinblick auf die Ausbreitung der Tigermücke nicht mehr anständig beobachtet und bekämpft werden, was deren Ausbreitung fördern könnte und somit auch eine Gesundheitsgefahr bedeute. "Wir müssen die Bevölkerung daher dringend mit ins Boot holen", verdeutlicht Becker im Hinblick auf den Fragebogen. Zugleich macht er deutlich, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO das BTI sogar für Trinkwasser zugelassen habe. Bei dem Stoff handle es sich, wie die KABS-Verantwortlichen im Mai im BT-Interview erklärten, um ein "ein natürliches Bekämpfungsmittel." Im Boden fänden sich Bakterien mit einem bestimmten Protein. "Wenn man das Bakterium züchtet, züchtet man auch dieses Protein. Das Protein wirkt auf Mückenlarven tödlich, andere Insekten werden nicht beeinträchtigt", so der frühere KABS-Präsident Paul Schädler im März. Auch eine Gefahr für Vögel und andere Tiere der Nahrungskette, die Schnaken fressen, bestehe nicht.

Der Rücklauf der Fragebögen ist laut Becker übrigens überraschend hoch. 800 Stück seien in den zurückliegenden Tagen bereits eingegangen.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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