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Eisenmann für Zentralabitur
Eisenmann für Zentralabitur
02.07.2019 - 17:20 Uhr
Stuttgart (lsw) - Die baden-württembergische Kultusminsiterin Susanne Eisenmann (CDU) hat sich für ein zentrales Abitur in Deutschland ausgesprochen. Mit unterschiedlichen Standards solle langfristig Schluss sein.

Die CDU-Politikerin sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag): "Wir brauchen in Deutschland innerhalb von fünf bis zehn Jahren ein zentrales Abitur und auch für andere Schulabschlüsse zentrale Prüfungen." Dies heiße für das Abitur: "Am Ende muss es nicht nur deutschlandweit dieselben Prüfungsaufgaben geben, sondern auch einheitliche Regeln dafür, welche Fächer ins Abitur eingebracht werden."

Damit befeuerte die designierte CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2021 ein Thema, an dem sich schon seit Jahren die Geister scheiden. Einerseits klagen Eltern und Schüler bei Umzügen innerhalb Deutschlands über die unterschiedliche Bildungslandschaft. Und bei der Vergabe von Studienplätzen kann die Abiturnote ein zentrales Kriterium sein, obwohl das Abitur unterschiedlichen Standards unterliegt. Anderseits liegt die Bildungshoheit bei den Bundesländern - und die sahen ein Zentralabitur in der Vergangenheit als Einfallstor zu einer zentralen Bildungspolitik, deren Kritiker eine Nivellierung des Leistungsniveaus nach unten befürchten.

Experten befürchten sinkendes Niveau

So meinte jetzt auch der Landesvorsitzende des Philologenverbandes, Ralf Scholl: "Ein bundesweites Abitur ist ein gutes Ziel - aber nur auf bayerischem Niveau oder dem Niveau von Baden-Württemberg vor dem Jahr 2011." Bislang habe jeder Versuch der Vereinheitlichung dazu geführt, dass das Niveau gesunken sei. Der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Carsten Rees, sagte: "Ich sehe ein Zentralabitur in Deutschland in den nächsten zehn Jahren nicht einmal ansatzweise." Zu groß seien die Unterschiede.

Erfahrungen aus Aufgabenpool verarbeitet

Seit 2017 können die Bundesländer die Abituraufgaben für die Fächer Mathe, Deutsch und die Fremdsprachen aus einem gemeinsamen Aufgabenpool der Kultusministerkonferenz entnehmen. Vor zwei Jahren hatte sich Eisenmann noch gegen ein Zentralabitur ausgesprochen. Eine Sprecherin erklärte, die Erfahrungen mit dem Aufgabenpool zeigten, dass das gemeinsame Vorgehen nicht die gewünschten Effekte zeige und es immer noch keine vergleichbaren Bedingungen für das Abitur gebe.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz und hessische Kultusminister, Alexander Lorz (CDU), erklärte: "Unser Ziel ist es natürlich, die Vergleichbarkeit des Abiturs, soweit wie es in einem föderalen Staat möglich ist, noch weiter zu erhöhen." Mit dem gemeinsamen Aufgabenpool für das Abitur sei man auf dem Weg dorthin schon ziemlich weit. Er bat aber um Geduld: "Es liegen auch noch einige Schritte vor uns, und vor allem braucht es Zeit, bis der Aufgabenpool seine Wirkung in vollem Umfang entfalten kann."

Die Landeschefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Doro Moritz, hielt Eisenmann hingegen schlichtweg Populismus vor. "Ein zentrales Abitur und zentrale Prüfungen für andere Schularten sind weder sinnvoll noch in fünf bis zehn Jahren realisierbar."

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Symbolfoto: Felix Kästle/dpa

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