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Schweine als Orchideenräuber
Schweine als Orchideenräuber
09.07.2019 - 15:22 Uhr
Ettenheim (red) - Nachdem es seit Anfang Mai im Naturschutzgebiet Taubergießen zu wiederholten mutmaßlichen Diebstählen von mehreren Tausend Knollen seltener Orchideen gekommen sein soll, führten die Ermittlungen der Kriminalpolizei nun zu einem Fahndungserfolg. Wildschweine waren offenbar die Übeltäter, wie die Polizei nun mitteilt.

"Was eine Schweinerei!" Das dürften sich wohl viele gesagt haben, nachdem sie von dem massenhaften Verschwinden der Orchideen gehört hatten. Hierbei sei von Beginn an auffällig gewesen, so die Polizei, dass die mutmaßlichen Diebe offensichtlich keine Eile am Tatort hatten und sich trotz des gewaltigen Aufwands die Zeit nahmen, die Stängel von den Knollen zu trennen. Ebenso untypisch erschien, dass die Reaktionen auf die überregionale Berichterstattung und die polizeiliche Präsenz keinen Abschreckungseffekt hatten.

Groß angelegte Überwachungsmaßnahmen

Vier Ermittler gingen laut Polizei über 30 Hinweisen nach, hörten Experten an, werteten Telefonverbindungsdaten aus und richteten groß angelegte Überwachungsmaßnahmen für das Gebiet des Taubergießen ein. Aus den Ermittlungen ergab sich keine konkrete Spur, die auf eine menschliche Tatbegehung hindeutete. Stattdessen musste immer mehr die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass der Verursacher tierischer Natur ist.

Auf den Spuren der Wildschweine

Mehrfach hätten die Polizisten mit Überwachungstechnik die betroffenen Bereiche des Naturschutzgebiets durchforstet. An Stellen mit Orchideenbewuchs, wo Wildschweine nachts gesichtet wurden, waren am nächsten Morgen ausgegrabene Knollen mit zurückgebliebenen Orchideenstängeln vorzufinden.

Diese glichen den vorherigen Ausgrabungen in Art und Beschaffenheit. "Die Gründlichkeit der Arbeiten hatte zuvor den Eindruck erweckt, dass hier eine Schaufel am Werk gewesen sein könnte. Nun zeigte sich aber, dass das Schneidewerkzeug der Wildschweine eine analoge Spur hinterließ", schreibt die Polizei. Bei einer labortechnischen Untersuchung eines frisch ausgehobenen Loches konnten zudem DNA-Spuren festgestellt werden, die eindeutig von einem Schwein stammten.

Spuren im Internet führen zu anderen Taten

Neben den Maßnahmen am Tatort ermittelten die Beamten laut Mitteilung auch in einschlägigen Onlineplattformen, Foren und Darknet-Marktplätzen. Entsprechend vorzufindende Verkaufsangebote wurden auf mögliche Zusammenhänge mit den Ausgrabungen im Taubergießen überprüft. Die Ermittlungen ergaben zwar keinen direkten Bezug, führten aber zu weiteren Strafverfahren gegen Anbieter wegen verschiedener Verstöße.

Foto: Fabian Sommer/dpa/Archiv

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