Tipps zur richtigen Gartenpflege bei Hitze
Tipps zur richtigen Gartenpflege bei Hitze
21.07.2019 - 08:00 Uhr

Rastatt (red) - Die Hitze macht nicht nur Mensch und Tier zu schaffen, sondern auch Pflanzen. Wie man den Garten in den Sommermonaten am besten pflegt und gesund erhält, dazu hat das BT Uwe Kimberger von der Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau im Landratsamt Rastatt vier Fragen gestellt:

BT: Wie bewässere ich in heißen Phasen den Garten richtig und auch so, dass dies ökologisch einigermaßen vertretbar ist? Und gibt es Hilfsmittel, die Sie empfehlen können?

Kimberger: In Hitzeperioden ist grundsätzlich in den frühen Morgenstunden zu wässern. Abgestandenes Wasser bzw. Regenwasser ist in der Regel wärmer als Leitungswasser und damit besser geeignet zum Gießen. Die Pflanzen sollten stets unten an den Wurzelhals gegossen werden. Wird Pflanzen über die Blätter gegossen, besteht die Gefahr von Sonnenbrand und Verbrühungen. Hilfreich für die Pflanzen ist eine zusätzliche Mulchdecke aus Kompost, die als optimaler Verdunstungsschutz dient. Rasenfläche sollten über Nacht gegossen werden; aber nicht täglich. Besser ist, diese zwei bis drei mal pro Woche kräftig mit zehn bis 15 Litern Wasser pro Quadratmeter zu versorgen.

BT: Wie können Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon vor der Hitze und intensiver Sonne geschützt werden?

Kimberger: Balkon- und Kübelpflanzen sind gegen starke Sonneneinstrahlung weitestgehend immun. Bei Blattnässe können auch diese Pflanzen Sonnenbrand bekommen. Am wichtigsten ist das gleichmäßige Bewässern der Pflanzen. Wer sonnenempfindliche Pflanzen auf der Terrasse oder dem Balkon hat, kann bei direkter Sonneneinstrahlung mit Markisen oder anderen Hilfsmittel für eine leichte Beschattung sorgen. In kleinen Gartengewächshäusern ist das ganztägige Durchlüften und eine Beschattung mit Netzen oder Kalkanstrich des Gewächshausglases besonders wichtig.

BT: Ist es hilfreich, Pflanzen in dieser "Stressphase" zusätzlich zu stärken bspw. durch eine Düngung? Und wenn ja, welche Methoden sind empfehlenswert?

Kimberger: Viele Gartenbesitzer setzen ihre Pflanzen in einer Hitzeperiode zusätzlich unter Druck durch falsches Gießen, das Auftragen von Rindenmulch auf den Boden und durch Schnittmaßnahmen. Rindenmulch kann zu zusätzlichen Ausdünstungen nach oben zu den grünen Pflanzenteilen führen und dem Boden zusätzlich Wasser entziehen, das dann den Pflanzen fehlt. Ein Heckenschnitt an heißen Sommertagen kann zu Verbrennungen führen, da die tiefer liegende Blatt- bzw. Nadelmasse nicht gegen das Licht abgehärtet ist. Der Sommerschnitt bei Steinobstarten sollte in Abhängigkeit der Sonneneinstrahlung erfolgen, damit keine Sonnenbrandschäden an den holzigen Teilen entstehen. Eine Düngung bei Gehölzen sollte während einer Hitzeperiode nicht erfolgen, da die Nährstoffe nicht schnell verfügbar werden und Stickstoffdüngung ab Juli nicht mehr angesagt ist. Lediglich eine Kalidüngung kann für ein besseres Wasserhaltevermögen in den Pflanzen sorgen. Balkonblumen sind weiter zu düngen und Mangelsymptomen mit Spezialdünger zu beseitigen. Aber auch Balkonpflanzen haben ab 29 Grad ihre Probleme. Sie wachsen kaum weiter und stellen ihren Kreislauf auf Reserve um.

BT: Was kann langfristig bei der Bepflanzung oder Gestaltung des Gartens berücksichtigt werden, um diesen "sommerfest" zu machen?

Kimberger: Für die Zukunft ist mit mehr Hitze und Sonnenschein bei uns zurechnen. Die Gärten sollten nach Möglichkeit mit wasserschonenden Bewässerungen angelegt werden. Die Pflanzen sollten schnellstmöglich die Bodenoberfläche bedecken. Lücken können vorübergehend mit Grün- und Blüteneinsaat geschlossen werden. Die Gehölze und Stauden sollten hitzeverträglich sein. Bei den Gehölzen sind es Pflanzen, deren Herkunft oftmals die Subtropen sind und bei den Stauden sind es viele Formen von Dickblattgewächsen, Euphorbien und Gräser.

"Vier Fragen an:" ist eine Reihe der BT-Onlineredaktion. Die vier Fragen richten sich an Menschen, die gerade im Fokus stehen, etwas Interessantes erlebt oder zu erzählen haben oder aufgrund ihrer Tätigkeit interessant sind.

Symbolfoto: Uwe Anspach/dpa

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