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Medikamente: Was gilt es beim Autofahren zu beachten?
Medikamente: Was gilt es beim Autofahren zu beachten?
28.07.2019 - 16:03 Uhr
Heidelberg (red) - Wenn Medikamente im Spiel sind, kann das Autofahren heikel werden, teilt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums mit. Was erlaubt ist und worauf Patienten achten sollen, wird im folgenden erklärt.

Autofahren bedeutet Unabhängigkeit und Mobilität. Für Fahrten zum Arzt, ins Krankenhaus oder zur Arbeit ist ein Auto oft unverzichtbar. Heikel kann das werden, wenn Medikamente im Spiel sind, so der Krebsinformationsdienst in einer Mitteilung. Denn rund ein Fünftel aller zugelassenen Arzneimittel können nach den Angaben ihrer Hersteller die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Keine Promillegrenze bei Medikamenten

Insbesondere bei Krebs-Medikamenten sei bekannt, dass diese Übelkeit und Schwindel verursachen sowie die Reaktionsfähigkeit beeinflussen können. Doch etwas Vergleichbares wie die Promillegrenze beim Alkohol gebe es für Medikamente nicht. Viele Arzneimittel zeigten individuelle Wirkunterschiede, sodass die Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit nur geschätzt werden kann. Der Krebsinformationsdienst empfiehlt deshalb, auf den Rat des Arztes zu hören - zum eigenen Schutz und dem der anderen Verkehrsteilnehmer.

Rechtslage: Autofahren grundsätzlich erlaubt

Laut Straßenverkehrsordnung ist das Autofahren unter Einnahme von Medikamenten erlaubt, wenn die Medikamente notwendig sind und vom Arzt verordnet wurden. Der behandelnde Arzt ist verpflichtet, die Fahrtauglichkeit des Patienten zu beurteilen und ihn entsprechend in Kenntnis zu setzen. Für ein Fahrverbot habe der Arzt juristisch keine Handhabe, so der Krebsinformationsdienst.

Ist ihm jedoch bekannt, dass ein Patient trotz Fahruntauglichkeit Auto fährt, so kann er dies der zuständigen Führerscheinstelle melden - er ist dazu aber nicht verpflichtet. Vielmehr liege die Entscheidung in seinem ärztlichen Ermessen. Ärztliche Schweigepflicht einerseits und Verkehrssicherheit andererseits sind abzuwägen. Konkret heißt das meistens: Der Arzt spricht eine Warnung aus und lässt sich diese schriftlich bestätigen. Für alles Weitere ist der Patient dann selbst verantwortlich.

KFZ-Versicherung übernimmt nicht immer Schaden

Kommt es unter Medikamenteneinnahme zum Unfall, übernimmt die KFZ-Haftplicht-Versicherung nicht unbedingt den entstandenen Schaden, heißt es in der Mitteilung. Der Versicherungsschutz kann insbesondere dann entfallen, wenn der Patient vom Arzt explizit auf seine Fahruntüchtigkeit hingewiesen wurde.

Außerdem kann es zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen: Eine Geld- oder Freiheitsstrafe wegen fahrlässigen Eingriffs in den Straßenverkehr und, bei Personenschaden, wegen Körperverletzung. Übrigens: Bei vorliegender Fahruntüchtigkeit vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen, ist keine Lösung. Die meisten Bestimmungen gelten auch für alle anderen Transportmittel, angefangen vom Fahrrad über das Motorrad und den Roller bis hin zum Traktor.

Symbolfoto: Franziska Gabbert/dpa

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