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Regenfälle und Gewitter beschäftigen Feuerwehr
Regenfälle und Gewitter beschäftigen Feuerwehr
10.08.2019 - 14:30 Uhr
Sandhausen (dpa) - Starke Regenfälle haben am Freitagabend zahlreiche Feuerwehreinsätze ausgelöst. Messungen zufolge sei das Unwetter am stärksten in der ersten Nachthälfte und im Bereich des Landkreises Heilbronn und des Hohenlohekreises ausgefallen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag. Mit 96 Stundenkilometern wurde bei einer Station in Öhringen (Hohenlohekreis) die höchste Windgeschwindigkeit gemessen. Mit teilweise mehr als 25 Litern pro Quadratmetern sei in der Gegend auch am meisten Regen gefallen.
Dem DWD zufolge ist die Serie der Unwetter nun fürs Erste vorüber. Bis zum Abend könne es vor allem im Südosten noch länger nass bleiben, am Abend werde es jedoch überall trocken, so der Meteorologe.

In Baden-Württemberg verzögerte sich der Anstoß des DFB-Pokalspiels zwischen den Fußballclubs SV Sandhausen und Borussia Mönchengladbach wegen eines Gewitters. Bei heftigem Regen war zwischenzeitlich auch das Flutlicht im Hardtwald-Stadion des Zweitligisten Sandhausen ausgegangen. Die Zuschauer auf den unteren Rängen wurden gebeten, sich in Sicherheit zu bringen.

Landkreis Heilbronn und Hohenlohekreis:
Wind und Regen hielten auch die Einsatzkräfte im Kreis Heilbronn und im Hohenlohekreis in Atem: Am Freitagabend gingen innerhalb von einer Stunde fast 100 Notrufe bei der Polizei ein, wie das Präsidium in Heilbronn mitteilte. Neben überfluteten Straßen, umgestürzten Bäumen und beschädigten Autos sorgten auch entrissene Zirkustiere in Neckarsulm für einen Polizeieinsatz (siege separate Mitteilung auf unserer Homepage).
Im selben Ort wurde durch den starken Wind eine Sporthalle beschädigt und drohte einzustürzen. Das Technische Hilfswerk sicherte das Gebäude.

15 Fußballer bei Blitzeinschlag verletzt:
Im Zollernalbkreis wurden 15 Fußballer bei einem Blitzschlag verletzt. Laut einem Polizeisprecher schlug der Blitz während des Trainings am Freitagabend in der Nähe des Sportplatzes in Rosenfeld ein. Die Spieler im Alter von 19 bis 48 Jahren erlitten dabei leichte Verletzungen. Einer von ihnen war kurzzeitig bewusstlos. Ein Großaufgebot an Sanitätern kam zum Sportplatz und brachte die Fußballer vorsorglich ins Krankenhaus.

Taubertal-Festival unterbrochen:
Wegen eines Unwetters ist das beliebte Taubertal-Festival an der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg unterbrochen worden. 13 Menschen seien auf dem Gelände im mittelfränkischen Rothenburg ob der Tauber leicht verletzt worden, teilte ein Polizeisprecher am Samstag mit. Nach dem Vorfall mit starkem Regen und heftigem Wind am Freitagabend sei das Musikfest aber am Samstag planmäßig fortgesetzt worden.
Die Schäden auf dem Festivalgelände hielten sich dem Veranstalter zufolge in Grenzen. Der Boden des Zeltplatzes sei sehr aufgeweicht, Dutzende Zelte und Pavillons seien beschädigt worden. Die Bühnen seien jedoch ohne Schäden, und so könne der Festival-Betrieb am Samstag und Sonntag normal weitergehen. Die Auftritte von zwei Bands, darunter der US-Punkband The Offspring als einer der Headliner, mussten am Freitagabend ersatzlos ausfallen.
Die Gewitter setzten am Freitagabend gegen 21.30 Uhr ein. Die rund 15 000 Tagesbesucher wurden aufgefordert, in ihren Fahrzeugen oder im Stadtgebiet von Rothenburg Schutz zu suchen. Rund 400 Musikfans kamen zeitweise in einer Mehrzweckhalle unter. Auch wer ohne Auto angereist war, fand Schutz vor Regen und Sturm. "Viele Menschen ließen andere ohne eigenes Auto bei sich unterkommen", sagte ein Sprecher des Veranstalters.
Bereits in der Nacht zum Samstag hatte der Veranstalter in den sozialen Netzwerken bekanntgegeben, dass die Besucher wieder zurück zum Campinggelände gehen könnten. "Liebe Taubertaler, ihr könnt eure Autos wieder verlassen, bitte seid wachsam und umsichtig! Wenn ihr merkt, dass das Wetter noch einmal umschwenkt, sucht bitte wieder Schutz in eurem Auto", schrieben die Organisatoren auf Facebook. Das Festival sollte noch bis Sonntag dauern.

Rheinland-Pfalz:
In Rheinland-Pfalz waren besonders die Städte Neuwied und Koblenz betroffen. Hier wurden Gullydeckel aufgeschwemmt und Straßen teils überflutet, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz sagte.

Saarland:
Im Saarland brachten mancherorts entwurzelte Bäume den Verkehr ins Stocken, Straßen wurden überspült und Keller liefen voll Wasser. Eine Autofahrerin wurde bei einem Unfall bei Beckingen leicht verletzt, als ein Ast auf ihren Wagen fiel.

Luxemburg:
Im Südwesten von Luxemburg richtete ein Tornado schweren Schaden an, mehrere Menschen wurden dabei nach Angaben der luxemburgischen Regierung verletzt - einige schwer. Ein Sprecher der Luxemburger Polizei berichtete von einer Schneise der Verwüstung, die sich etwa fünf bis sieben Kilometer weit zog. Mehrere Gebäude seien unbewohnbar und Notunterkünfte eingerichtet worden. In den Orten Petingen und Kaerjeng wurden nach Behördenangaben insgesamt rund 160 Häuser abgedeckt oder anderweitig beschädigt. Mehr als 1000 Notrufe gingen innerhalb weniger Minuten bei Polizei und Feuerwehr ein, die zu zahlreichen Einsätzen ausrückte.

Foto: Uwe Anspach/dpa

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