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Wilde Möhre hat heilende Kräfte
Wilde Möhre hat heilende Kräfte
11.08.2019 - 19:00 Uhr
Rastatt (red) - Sie gehört im Hochsommer zu den auffälligsten und häufigsten Blumen am Wegesrand. Stellenweise kann sie sich mit ihren weißen Blütenschirmen kilometerweit an Straßenrändern, an Böschungen aber auch auf extensiv gepflegten Beeten und brachliegenden Flächen ausbreiten. Die Rede ist von der Wilden Möhre, die die Umweltstiftung Rastatt zur Pflanze des Monats August gekürt hat, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Ihr botanischer Name Daucus carota deutet auf ihre Verwandte, die Speisemöhre, hin.

Charakteristisch sind die borstige Behaarung der Stängel und die würzig, nach Möhre riechenden und relativ zierlichen, zwei- bis vierfach gefiederten Blätter. Die Pflanze ist zweijährig. Im ersten Jahr werden sogenannte Grundblätter ausgebildet, die sich in der Nähe des Bodens befinden. Erst im zweiten Jahr zeigen sich die Blüten von Juni bis September. Die Wilde Möhre ist ein typischer Tiefwurzler, ihre Wurzeln können bis zu 80 Zentimeter tief in den Boden ragen. Sie besitzt nur wenig Ähnlichkeit mit der heute kultivierten Möhre.

Die verdickte Hauptwurzel ist nicht orangefarben, sondern blass. Sie enthält viel weniger Karotin als die Gartenmöhre. Trotzdem kann die Wurzel der Wilden Möhre als Gemüse gegessen werden. Dabei sollten aber besser nur die Wurzeln der einjährigen Pflanzen in der Küche verwendet werden. Denn im Jahr der Blüte schmeckt die Wurzel scharf und holzig.

Familie der Doldenblütler

Die Wilde Möhre gehört zur Pflanzenfamilie der Doldenblütler und ist damit mit anderen Gewürzkräutern wie Anis, Dill, Kerbel und Kümmel verwandt, aber auch mit den für den Menschen giftigen oder gesundheitsschädigenden Pflanzen, wie dem Schierling und der Herkulesstaude. Ihr weißer Blütenstand besteht aus 15 bis zu 50 kleinen Dolden, die sich schirmartig aufstellen. Als einzige Art der heimischen Flora befindet sich in der Mitte der zierlichen weißen Blütendolde oft eine große, schwarzpurpurn gefärbte, sterile "Mohrenblüte", die auf den ersten Blick wie eine kleine Fliege aussieht. Auf diese Besonderheit geht der Name Möhre oder Mohrrübe zurück. Diese Mohrenblüte soll wie eine Fliegenattrappe wirken und Fliegen und Käfer anlocken, die gerne dort landen, wo schon andere Artgenossen sitzen. Die Dolden der Möhre sind zur Fruchtzeit vogelnestartig eingesenkt. Die Pflanze bildet dann höckerige Samen aus.

Wilde Möhre ist bei Insekten besonders beliebt

Bei Insekten ist die Möhre äußerst beliebt. Wildbienen, Honigbienen, Wanzen, Käfer und Fliegen aller Art besuchen deren Blüten. Sie alle wollen Nektar und Pollen. Für einige Sandbienenarten dienen die Blüten der Wilden Möhre als Hauptpollenquelle. Den regen Blütenbesuch machen sich wiederum Spinnen zunutze. Die Veränderliche Krabbenspinne etwa ist dank ihrer weißen Färbung auf den Blüten kaum zu entdecken - auch nicht für Insekten, die hier für die Spinne zur leichten Beute werden. Und der mittlerweile selten gewordene Schwalbenschwanz legt seine Eier bevorzugt an der Wilden Möhre ab. Deren Blätter gehören zu der Lieblingsspeise der Raupen dieser auffälligen Tagfalterart. Diese verpuppen sich auch gerne am Stängel der Pflanze.

Die Wilde Möhre fand auch als Heilpflanze seit jeher Verwendung. Im Jahr 1563 schrieb Matthiolus über die "Würkung von Mören": "Die Mören gesotten, sindt lieblich zu essen, dem Magen nützlich, treiben den Harn, bringen Lust zur Speis und zu den ehelichen Wercken". Auch in der Volksmedizin war die Möhre ein geschätztes Heilmittel. Der Wurzelbrei wurde auf schlecht heilende Wunden und Geschwüre gelegt, oder man vermischte frische Blätter mit Honig und verwendete sie als Wundauflage. Die Samen wurden als harntreibendes Mittel bei Nieren- und Blasensteinen genommen.

Wilde Möhre ist die Mutter aller Möhren

Die Möhre zählt zu den ältesten Kulturpflanzen und war bereits in der Jungsteinzeit bekannt. Die Wilde Möhre ist die Mutter aller Möhren. Die Herkunft unserer Gartenmöhre ist bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Vermutlich liegt sie in Südeuropa und Asien, da dort die meisten Wildformen wachsen. Es wird vermutet, dass die Gartenmöhre eine Kreuzung aus der Wilden Möhre und der in Südeuropa vorkommenden Riesenmöhre ist. Möglicherweise spielt bei der Züchtung der Gartenmöhre (Karotte) auch die Schwarzmöhre eine Rolle. Die heutigen Möhren sind wahre Vitamin- und Mineralstoffspender. Die Möhre ist ein wesentlicher Nährstofflieferant für Betacarotin, das eine Vorstufe von Vitamin A ist. Das Betacarotin lässt die Karotten auch orange leuchten. Wichtig ist Vitamin A für Wachstum, Immunsystem, Stoffwechsel und Hautbildung.

Foto: Stadt Rastatt

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