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Keller soll DFB-Chef werden
Keller soll DFB-Chef werden
15.08.2019 - 10:26 Uhr

Frankfurt (dpa) - Der preisgekrönte Winzer und Chef des SC Freiburg, Fritz Keller, soll neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werden. Der 62 Jahre alte Vorsitzende des badischen Bundesligisten wurde am Donnerstag von der sechsköpfigen Findungskommission des Verbandes als Kandidat vorgeschlagen.

Keller wird sich am kommenden Mittwoch den Delegierten der Amateurverbände und bei der Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga in Berlin vorstellen. Seine Wahl beim DFB-Bundestag am 27. September in Frankfurt als Nachfolger des im April zurückgetretenen Reinhard Grindel gilt als Formsache.
Keller äußerte sich zunächst in einer Mitteilung des SC Freiburg. "Es hat in den vergangenen Wochen sehr gute Gespräche mit der Findungskommission gegeben", sagte er. Erst nach der Vorstellung bei den DFB-Delegierten wolle er ausführlicher zu seiner neuen Aufgabe öffentlich Stellung nehmen.

"Zur gesellschaftlichen Verantwortung bekannt"

"Wir sind davon überzeugt, dass Fritz Keller der richtige Mann für die Zukunft des Deutschen Fußball-Bundes ist: Er kann Menschen zusammenbringen, das gesamte Spektrum des deutschen Fußballs repräsentieren und insbesondere gleichermaßen für die Interessen des Profi- und des Amateurfußballs eintreten", sagte DFB-Interimschef Rainer Koch.
Auch Reinhard Rauball, der gemeinsam mit Koch den Verband seit dem Grindel-Aus leitet, sieht den mehrfach prämierten Gastronomen als perfekten Kandidaten. "Ausgestattet mit einem klaren Wertekanon und großer Bodenständigkeit, hat er sich sowohl in seinem Club als auch beispielsweise im Rahmen der DFL Stiftung immer zur gesellschaftlichen Verantwortung des Fußballs bekannt", wurde der scheidende Ligapräsident in einer DFB-Mitteilung zitiert.
Keller entstammt einer Gastronomenfamilie. Seit fast drei Jahrzehnten führt er in dritter Generation das Weingut Franz Keller. Beim SC Freiburg trat Keller 2010 den Führungsposten als Nachfolger des jahrzehntelangen Clubchefs Achim Stocker an, der 2009 gestorben war. Unter seiner Führung wurde Christian Streich Trainer. Keller gilt als meinungsstarke und zugleich umgängliche Führungskraft. Für das operative Geschäft ist er beim SCF allerdings nicht mehr zuständig.

Eher präsidiale Rolle

Ähnlich dürfte Kellers Rolle als 13. Chef des DFB künftig eher präsidial, denn operativ ausgerichtet sein. Mit einer Strukturreform und der komplett ausgelagerten GmbH will sich der kriselnde Verband neu aufstellen. Die Suche nach einem Führungskandidaten, für die auch die Beratungsagentur Egon Zehnder eingeschaltet worden war, hatte sich länger hingezogen als ursprünglich geplant.
Offen ist noch, ob Keller auch Kandidat für die Posten im UEFA-Exekutivkomitee und im FIFA-Council werden soll, die im kommenden Jahr von den internationalen Verbänden nach dem Grindel-Rücktritt neu besetzt werden. Zuletzt hieß es vom DFB, dass man einer Ämterteilung erwäge, damit sich der DFB-Chef ganz auf seine nationalen Aufgaben konzentrieren könne.

"Ämter wären nicht miteinander vereinbar"

Keller wird im Fall seiner Wahl zum DFB-Präsidenten sein Amt an der Spitze des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg abgeben. "Mit Blick auf den SC Freiburg ist mir die Entscheidung, für das Amt des DFB-Präsidenten zur Verfügung zu stehen, alles andere als leichtgefallen", wurde der 62-Jährige in einer Mitteilung seines Vereins zitiert. "Da die beiden Ämter nicht miteinander zu vereinbaren wären, werde ich im Falle einer erfolgreichen Wahl als DFB-Präsident mein Amt als Präsident des SC Freiburg schweren Herzens niederlegen."


Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild

 

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