https://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Studie: Deutschland dicht bebaut
Studie: Deutschland dicht bebaut
28.08.2019 - 07:00 Uhr
Potsdam/Dresden (dpa) - Kein Haus in Deutschland ist mehr als 6,3 Kilometer von einem anderen Haus entfernt. In 99 Prozent der Fälle hat das nächste Haus sogar einen Abstand von höchstens 1,5 Kilometern.

Deutschland ist also von einem dichten, zusammenhängenden Gebäude-Netz überspannt, wie Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in einer Studie herausfanden.

"Entgegen unseren Erwartungen sind die größten Freiflächen nicht etwa in Naturschutzgebieten zu finden. Stattdessen zeigte sich, dass noch genutzte oder ehemalige Truppenübungsplätze die am wenigsten mit Gebäuden bebaute Fläche aufweisen", sagte Mitautor Diego Rybski vom PIK. Studienleiter Martin Behnisch vom IÖR ergänzt: "Unsere Ergebnisse machen deutlich, wie dringlich es ist, in Deutschland mehr für den Flächenschutz und auch für die Entsiegelung von Böden zu unternehmen."

Größte Freiflächen finden sich auf Truppenübungsplätzen

Die Forscher hatten untersucht, ob es in Deutschland überhaupt noch gebäudefreie Zonen gibt. Das größte gebäudefreie Gebiet misst den Angaben zufolge gerade einmal 12,6 Kilometer im Durchmesser. Es liegt im Süden der Lüneburger Heide auf dem Truppenübungsplatz Bergen (6,3 Kilometer Entfernung zum nächsten Gebäude). Auch auf den Plätzen zwei bis fünf liegen Truppenübungsplätze: Baumholder in Rheinland-Pfalz (4,9 Kilometer), Hohenfels in der Oberpfalz (4,3 Kilometer) und Oberlausitz im Nordosten von Sachsen (4,2 Kilometer) sowie der ehemalige Truppenübungsplatz Kyritz-Ruppiner Heide in Brandenburg (4,4 Kilometer).

Bodenversiegelung hat weitreichende Folgen

Nach Angaben des Umweltbundesamts gehen durch die Bodenversiegelung wichtige Funktionen verloren - vor allem Wasserdurchlässigkeit und Fruchtbarkeit. Dadurch kann beispielsweise Regenwasser schlecht versickern. Die Grundwasservorräte werden nicht mehr so gut aufgefüllt. Außerdem kommt es durch die versiegelten Böden bei starkem Regen immer wieder zu Überschwemmungen. Im Sommer heizen sich dicht bebaute Gegenden stärker auf - die Böden können kein Wasser verdunsten und kühlen somit die Luft nicht ab.

In die Berechnungen der Forscher gingen alle Gebäude mit einem Grundriss von mindestens zehn Quadratmetern ein - egal ob Wohnhaus, Fabrik oder Garage. Die Ergebnisse sind im Journal "Landscape and Urban Planning" veröffentlicht.

Symbolfoto: Oliver Berg/dpa

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

München
Sprit auf Autobahnen weit teurer

27.08.2019
Sprit auf Autobahnen weit teurer
München (dpa) - Autofahrer sparen durchschnittlich mehr als 20 Cent pro Liter, wenn sie vor oder nach der Autobahn tanken. Ein Liter Super E10 koste an Autobahntankstellen durchschnittlich 21,4 Cent mehr als abseits der Autobahn, teilte der ADAC mit (Symbolfoto: dpa). »-Mehr
Stuttgart
Veranstaltungsstätten gut nachgefragt

27.08.2019
Veranstaltungsstätten gut gebucht
Stuttgart (lsw) - Die Veranstaltungsstätten in Baden-Württemberg sind beliebt. Einer Studie zufolge waren sie 2018 im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich gut ausgelastet. Grund ist demnach wohl die Vielzahl der Unternehmen im Land (Symbolfoto: dpa). »-Mehr
Stuttgart
´Was Hänschen nicht lernt´

24.08.2019
Streit flammt wieder auf
Stuttgart (lsw) - Mitten in den Sommerferien ist eine Debatte über das achtjährige Gymnasium (G8) in Baden-Württemberg entbrannt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist dafür, der Philologenverband als auch die oppositionelle SPD sind für eine Wahlfreiheit (Foto: dpa). »-Mehr
Speyer
Becker: Verknüpfung mit Artenschutzdebatte verfehlt

19.08.2019
Schnakenplage: Bti in der Diskussion
Speyer (lsw) - Klein, wendig, heimtückisch starten Stechmücken ihre Luftangriffe. Die Betroffenen entlang des Rheins und an einigen bayerischen Seen wehren sich. Sie töten die Larven der Mücken. Doch jetzt wird wieder über den Einsatz des Mittels Bti diskutiert (Foto: dpa). »-Mehr
Berlin
Saarland im Bildungshimmel

16.08.2019
Bildungsmonitor mit Überraschung
Berlin (red) - Sachsen führt erneut das Länder-Ranking im jährlichen Bildungsmonitor (dpa-Foto) an. Baden-Württemberg dagegen rutscht auf Platz sechs ab. Und es gibt einen Shootingstar: das Saarland. Dies sind Ergebnisse der Statistikauswertung, die am Donnerstag vorgestellt wurde. »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Die Leistungen der Schüler im Südwesten sind in den Naturwissenschaften mittelmäßig. Was war Ihr Lieblingsfach?

Naturwissenschaften.
Geisteswissenschaften.
Sport.


https://www.caravanlive.de/
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz