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THW sichert Deich an NATO-Rampe
THW sichert Deich an NATO-Rampe
26.10.2019 - 13:45 Uhr
Rheinmünster (iru/red) - Wie man einen Deich sichert, der zu brechen droht, das haben die Ortsverbände Bühl, Baden-Baden und Rastatt des Technischen Hilfswerks (THW) an einem Trainingswochenende an der NATO-Rampe geübt. Knapp 40 ehrenamtliche Angehörige übten den Umgang mit Sandsäcken bei Hochwasser. Außerdem konnten neu angeschaffte Fahrzeuge sowie Abläufe auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden.

Es war einiges los an den beiden Trainingstagen beim Hochwasserdeich im Grenzbereich der Gemarkungen Hügelsheim und Rheinmünster. Christoph Müller, Dennis Beyler und Philipp Bastian, die Organisatoren der ortsverbandsübergreifenden Übung, hatten ein umfangreiches Übungsprogramm zusammengestellt.

Im Mittelpunkt der Schulungseinheiten stand der Aufbau von Sandsackkonstruktionen zur Hochwassersicherung eines Deiches. Um dessen Schutzfunktion bei einer Hochwasserlage sicherzustellen, kommen so genannte Aufkadungen mit einem Sandsackdamm, Deichfußsicherungen und Quellkaden zum Einsatz.

Stapeln von Sandsäcken ist ein ausgeklügeltes Konstrukt

Für den Laien erscheint die Aufkadung eines Deiches mit Säcken die einfachste und effektivste Form der Deichverteidigung. Diese bei Hochwasserlagen erforderliche Deicherhöhung, so erklärt Christoph Müller, sei jedoch kein unkoordiniertes Stapeln von Säcken, sondern ein ausgeklügeltes Konstrukt aus mit Sand gefüllten Jute- oder Kunststoffbeuteln, die allein schon aufgrund ihrer Anordnung verhindern, dass Wassermassen im Hochwasserfall unkontrolliert das Flussbett verlassen können.

"Sollen wir beim Bau einer Aufkadung Tempo machen oder eher auf eine sorgfältige Grundstruktur achten?", wollte ein THW-Angehöriger wissen. "Qualität geht vor Schnelligkeit", lautete die kurze, aber klare Antwort von Dennis Beyler, dem zweiten Ausbilder aus dem Organisatoren-Trio.

Deichfußsicherung hat eine große Beudeutung für die Funktionstüchtigkeit

Große Bedeutung beim Erhalt der Funktionsfähigkeit von Dämmen hat die Deichfußsicherung. Die Aktiven des THW lernten, wie die Sandsäcke am Fuß des Bauwerks anzulegen sind. Das Gewicht der Sandsäcke verhindere ein Abrutschen des Deichmaterials, wenn es durch tagelange Belastung aufzuweichen droht. Mit der Anlage einer sogenannten Quellkade kann eine weitergehende Dammschädigung abgewendet werden.

Eine U-förmig um das Leck angelegte Sandsackanordnung vermindere die Strömungsgeschwindigkeit des austretenden Wassers, was wiederum den Materialverlust der Deichanlage unterbinde. Durch das Wehr dringende geringe Wassermengen seien kein Problem, solange es klar ist. Ein Rinnsal mit trüber Konsistenz sei ein eindeutiges Zeichen von Substanzverlust des Deichmaterials, was im ungünstigsten Fall zu einem Bruch führen könnte, machte er auf mögliche Tücken im Einsatz gegen Hochwasserschäden aufmerksam.

"Hier können wir Szenarien durchspielen"

"In der Grundausbildung wird unseren Helfern zwar gezeigt, wie ein Sandsack befüllt und richtig verlegt wird, aber hier können wir Szenarien wie bei einer echten Schadenslage durchspielen", betont Müller mit Blick auf im Ernstfall unverzichtbare Praxiserfahrung.

"Sandsäcke nicht werfen", schallt es von einer zweiten Trainingsgruppe hinüber auf die mit Vertretern des Bühler Zweckverbandes Hochwasserschutz, Feuerwehrangehörigen, Vertretern des Regierungspräsidiums und des Landkreises sowie einigen Passanten bevölkerten Deichkrone.

Spezielfahrzeuge im Test

Als "enorm wichtig" bezeichnete Müller den Einsatz der Spezialfahrzeuge des THW unter Hochwasserlagebedingungen. So böten die beiden Trainingstage Gelegenheit, insbesondere die Leistungsfähigkeit des erst vor kurzen angeschafften und beim Ortsverband Baden-Baden stationierten Teleladers zu testen und zu sehen, wie die vor Ort eingesetzten Mehrzweckkraftwagen, Kipper mit Ladekran und Radlader die Arbeit um den Schutz der Deiche unterstützen können.

Foto: Ruschmann

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