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E-Scooter: Karlsruhe zieht kritische Bilanz
E-Scooter: Karlsruhe zieht kritische Bilanz
30.10.2019 - 15:07 Uhr
Karlsruhe (red) - Seit vier Monaten sind E-Scooter in Deutschland zugelassen - und schon nicht mehr wegzudenken. Auch in Karlsruhe ist vor rund fünf Wochen ein ersten Verleiher mit 150 E-Tretrollern an den Start gegangen. Erste Zahlen zu Vorfällen liegen bereits vor. Die Stadt und das Polizeipräsidium ziehen eine erste kritische Bilanz.

Mit der Einführung der E-Leih-Rollern des schwedischen Anbieters VOI habe es laut einer gemeinsamen Pressemitteilung ähnliche Probleme gegeben, wie in der Anfangszeit der Leih-Fahrräder. Auch hier hatten falsch und verkehrsbehindernd abgestellte Leih-Räder zu Beschwerden aus der Bevölkerung geführt.

Der Betreiber VOI hat reagiert und in seiner App die Parkverbotszonen nachgebessert, heißt es weiter. So sei das Abmelden und somit auch das Parken des E-Scooters ist der Fußgängerzone nicht mehr möglich. Gleiches gelte für das Rollerfahren Freitag- und Samstagnacht ab 23 Uhr. Hier sie den Polizeibeamten insbesondere die "Spaßfraktion" mit Alkoholfahrten und anderer missbräuchlicher Nutzung aufgefallen.

Insgesamt habe die Polizei in diesem Jahr bislang rund 60 Vorfälle mit E-Tretroller-Fahrern im Stadtgebiet registriert. Von einer besonderen Problemstellung könne daher bislang keine Rede sein. Wobei die vergleichsweise moderate Zahl der Verstöße auch die Kontrollintensität widerspiegele. "Künftig werden wir etwas genauer hinschauen und die Kontrollen intensivieren", so der Leiter der Verkehrspolizeidirektion, Martin Plate.

Sechs Verkehrsunfälle mit drei Verletzten

Bislang verzeichnete die Polizei sechs Verkehrsunfälle mit Beteiligung von E-Scootern, bei denen drei Personen verletzt wurden. In rund zehn Fällen mussten Scooter-Fahrer wegen Alkohol- oder Drogenbeeinflussung belangt werden. "Vielen E-Tretroller-Fahrern ist nicht bewusst, dass sie ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum fahren. Und das mit allen Konsequenzen", warnt die Polizei eindringlich. Dies betreffe auch die Nutzung des Rollers mit mehreren Personen.

Bürger beschweren sich über falsch abgestellte Roller

Bei der Stadt gibt es vor allem Beschwerden, weil die E-Scooter behindernd auf Geh- und Radwegen abgestellt werden. Auch wurden VOI-Roller über Tage hinweg in Grünanlagen oder auch im Wald gesichtet. Ein Knackpunkt sei, dass es kaum eine Handhabe bei nachlässig abgestellten Rollern auf Gehwegen, Plätzen oder anderen Flächen im öffentlichen Raum gebe. E-Roller seien beim Abstellen Rädern gleichgestellt. Nur wenn Scooter verkehrswidrig mit Verkehrsgefährdung geparkt werden, können Stadt und Polizei einschreiten.

Neben direkter Ansprache von Nutzern verspricht sich die Stadt eine Verbesserung, sobald der Betreiber seine Vor-Ort-Infrastruktur für Inspektion und Aufladevorgang ausbauen konnte und sichergestellt ist, dass jeder Roller spätestens alle zwei Tage bei VOI "einen Boxenstopp" einlegt.

Auch ein weiterer Verleiher von E-Tretrollern, der Betreiber "Tier", möchte in absehbarer Zukunft in Karlsruhe starten. Im Sinne einer nachhaltigen Mobilität kündigte "Tier" an, von Anfang an auf austauschbare Akkus zu setzen - und die geladenen Batterien per Lastenrad zu den Tretrollern zu bringen.

Symbolfoto: Markus Scholz/dpa

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