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Vorbereitungen für Reisegesetz
Vorbereitungen für Reisegesetz
02.11.2019 - 06:00 Uhr
Von Werner Kolhoff

Berlin - Seit dem Passierscheinabkommen von 1963 gibt es in (West-)Berlin und in der DDR "Besuchsbeauftragte". Unserer heißt Gerhard Kunze, der in der DDR heißt Walter Müller. An diesem Freitag treffen sie sich.



Gerhard Kunze legt der DDR-Seite eine Vorschlagsliste für zusätzliche Grenzübergänge vor, die kurzfristig hergestellt werden könnten, wenn das angekündigte Reisegesetz kommt.

Vier Straßenverbindungen nach Ost-Berlin und sechs in das DDR-Umland stehen darauf. Darunter auch den Potsdamer Platz und die Glienicker Brücke, auf der einst Spione ausgetauscht wurden. Das Brandenburger Tor ist nicht dabei. Außerdem sollen mehrere U- und S-Bahnhöfe für den Reiseverkehr geöffnet werden.

Passierstellen sollen verdoppelt werden

Müller wirkt überhaupt nicht erstaunt über unsere umfangreichen Wünsche, mit der wir die Zahl der Passierstellen, die wir früher mühsam einzeln aushandeln mussten, mit einem Schlag verdoppeln wollen. Er sagt, er werde Rücksprache halten und sich wieder melden. Ich verbreite über dieses Treffen eine Pressemeldung.

Unsere Vorbereitungen werden nun offizieller. Wir unterrichten noch einmal die Öffentlichkeit darüber, dass wir "300.000 DDR-Touristen" erwarten und rufen die Ostdeutschen schon auf: "Lasst den Trabi stehen". Das hat auch einen internen Grund.

Grüne haben Sorge wegen Smog-Verordnung

Die Grünen, Koalitionspartner im Senat, haben die Sorge, dass die von ihnen mühsam erkämpfte Smog-Verordnung ausgehebelt werden könnte, wenn die Reisefreiheit kommt. Die Verordnung sieht ein Fahrverbot für alle Autos in West-Berlin vor, wenn die Luftschadstoffe bestimmte Grenzen überschreiten. Umweltsenatorin Michaele Schreyer, später EU-Kommissarin, redet mit dem DDR-Umweltminister bereits über eine Ost und West übergreifende Regelung, die das Ziel hat, dass im Fall eines Smog-Alarms auch im Osten die Trabis stehen bleiben müssen. Das Thema Smog-Alarm wird uns ein paar Tage später noch einmal beschäftigen: Am 9. November nämlich lösen wir ihn tatsächlich aus. Aber aus ganz anderen Gründen.

Unser Berliner Korrespondent Werner Kolhoff war zur Zeit des Mauerfalls Sprecher des Senats von Berlin und Vertrauter des damaligen Regierenden Bürgermeisters Walter Momper (SPD). Er schildert in dieser Serie bis 12. November täglich seine persönlichen Erlebnisse rund um den 9. November 1989.

Foto: Mathias Krohn/krohnfoto

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