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Eine zweite Luftbrücke
Eine zweite Luftbrücke
03.11.2019 - 06:00 Uhr
Von Werner Kolhoff

Berlin - Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Walter Momper, trifft sich an diesem Freitag, den 3. November 1989, mit den alliierten Gesandten.

Die USA, Frankreich und Großbritannien sind die Schutzmächte der Stadt, die noch immer in Sektoren aufgeteilt ist. Formal haben die alliierten Stadtkommandanten in allen Fragen der inneren und äußeren Sicherheit das Sagen. Und das, was auf uns zukommt, der Mauerfall, ist zweifellos so eine Frage.

Momper informiert sie über unsere Vorbereitungen. Vor allem will er eins regeln: Was machen wir, wenn Tausende von DDR-Bürgern die Reisefreiheit zur Flucht nutzen?

Tausende DDR-Flüchtlinge erwartet

10.000 könnten es schon am ersten Wochenende sein, so schätzt er in dem Gespräch. Er bittet die Westmächte, "militärische Flugkapazität" zu verfügen zu stellen, um die Menschen dann schnell nach Westdeutschland zu bringen. Denn wir können so viele Flüchtlinge nicht mehr unterbringen. Eine zweite Luftbrücke wäre das. Die Gesandten sagen, dass sie das prüfen werden.

Zum Schluss geht es um die Großdemonstration, die am nächsten Tag, den 4. November, in Ost-Berlin angesagt ist. Alle blicken mit Bangen auf dieses Ereignis. Wird es friedlich bleiben, wird die Staatsmacht sich zurückhalten? Die Gesprächspartner vereinbaren für den morgigen Samstag "engste Kommunikation".

Unser Berliner Korrespondent Werner Kolhoff war zur Zeit des Mauerfalls Sprecher des Senats von Berlin und Vertrauter des damaligen Regierenden Bürgermeisters Walter Momper (SPD). Er schildert in dieser Serie bis 12. November täglich seine persönlichen Erlebnisse rund um den 9. November 1989.

Foto: Christoph Soeder/dpa

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