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"Parkett-Geflüster": Rezession knapp entkommen
Rezession knapp entkommen
17.11.2019 - 19:00 Uhr
Baden-Baden (red) - Wie ist die aktuelle wirtschaftliche Lage? Was hat sich an den Börsen in Deutschland, Europa und weltweit getan? Und wie sind die Erwartungen an die Märkte? Diese Fragen stellen sich die Anleger tagtäglich - und gerade in Zeiten der Null-Zins-Problematik. In der wöchentlichen Kolumne des Badischen Tagblatts "Parkett-Geflüster" beleuchten Experten die Finanzmärkte und geben Antworten auf die drängenden Fragen.

Von Jörg Zeuner (promovierter Ökonom und seit Juni 2019 Chefvolkswirt sowie Leiter Research & Investment Strategy des Portfoliomanagements von Union Investment)

Das war knapp: Nach einem Rückgang im Vorquartal konnte die Wirtschaft in Deutschland im dritten Quartal wieder leicht zulegen. Allerdings wirklich nur sehr leicht. Um 0,1 Prozent hat sich die Wirtschaftsleistung hierzulande von Juli bis September gesteigert. Das bedeutet: Deutschland konnte sich einer Rezession knapp entziehen. Grund für die verbesserte Dynamik ist weniger die schwächelnde Industrieproduktion als die Binnennachfrage, die sich als überraschend robuste Wachstumsstütze erwiesen hat.

Eine nachhaltige Besserung ist allerdings nicht in Sicht, allenfalls eine weitere Stabilisierung. Denn die Ursachen der deutschen Wachstumsschwäche - der Handelskrieg, der Brexit und die Krise der Automobilindustrie - werden uns auch im Jahr 2020 in Atem halten. Der seit Jahren boomende Wohnungsbau kann die Versäumnisse der Vergangenheit längst nicht mehr verdecken. Es wurde schlicht zu wenig investiert.

Hinzu kommt, dass die Politik die deutschen wie auch die europäischen Wachstumskräfte nicht ausreichend gestärkt hat. Unter dem Strich bedeutet das für die Zukunft: Weil die exportabhängige deutsche Wirtschaft weiter schwächelt, wird sich an den Zinsen auch nächstes Jahr wenig ändern. Und der deutsche Aktienmarkt dürfte sich deutlich schwerer tun als andere, weil die hiesigen Konzerne aufgrund der genannten Belastungsfaktoren weder national noch international richtig punkten können.

Foto: pr


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