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Stadtwerke reagieren auf neue PFC-Grenzwerte
Stadtwerke reagieren auf neue PFC-Grenzwerte
20.12.2019 - 13:12 Uhr
Gaggenau/Rastatt/Baden-Baden (red) - Nachdem das Umweltbundesamt die Orientierungswerte bezüglich der PFC-Belastung im Trinkwasser verschärft hat und somit empfindliche Bevölkerungsgruppen wie Schwangere, Säuglinge und Kinder bis drei Jahren im Gebiet des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal (WVV) kein Leitungswasser trinken sollen, weil der Leitwert überschritten ist, haben jetzt die Stadtwerke Rastatt für Förch und Gaggenau für Selbach reagiert. Die Stadtwerke Baden-Baden geben Entwarnung.

Handlungsbedarf besteht, weil das Umweltbundesamt für PFOA – ein Stoff aus der Gruppe perfluorierter Chemikalien (PFC) – den Leitwert von bisher 0,1 Mikrogramm pro Liter auf 0,05 Mikrogramm pro Liter gesenkt hat.

Der WVV versorgt die Menschen in Gernsbach, Selbach, Kuppenheim und Förch. Wie die Stadt Gaggenau informiert, wird das Leitungswasser in Selbach ab sofort über die Stadtwerke Gaggenau eingespeist, was als "Sofortmaßnahme auf die Entscheidung des Umweltbundesamtes" zu verstehen sei. Technisch bedingt benötige der vollständige Austausch des Leitungswassers in Selbach allerdings ein bis zwei Tage. Selbach gehört als einziger Gaggenauer Stadtteil dem Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal an. Im Rohwasser der Stadtwerke Gaggenau befinden laut Mitteilung nur analytische Spuren von PFC, das Wasser kann demnach als nahezu PFC frei bezeichnet werden.

Infoveranstaltung und kostenloses Trinkwasser

Die Menschen in dem Rastatter Ortsteil Förch bekommen ihr Trinkwasser vom Wasserwerk Förch und sind damit nicht ins Trinkwassernetz der Stadtwerke Rastatt eingebunden. Zum einen laden die Stadtwerke am Freitag, 27. Dezember, 16 Uhr, zu einer Bürgerinformationsveranstaltung in die Festhalle Förch ein. Zum andern bieten die Stadtwerke einen kostenlosen Service für die besonders empfindlichen Verbrauchergruppen an. Im Hotel Krone stellt das Unternehmen zu den üblichen Öffnungszeiten bis auf Weiteres kostenlos Mineralwasser zur Verfügung.  Im Trinkwasser für Förch liegt der letzte Analysewert bei 0,052 Mikrogramm pro Liter, also zwei Tausendstel über dem neuen Grenzwert.

Laut Stadtwerke Rastatt wurden bereits im November Maßnahmen zur Absenkung der Belastung unter den neuen Leitwert ergriffen. Mit dem Ergebnis der Beprobung rechnet das Unternehmen in den nächsten Tagen. Man erwarte eine Unterschreitung des neuen Leitwerts. Mittelfristig werde Förch in das Trinkwassernetz der Stadtwerke Rastatt eingebunden werden; die Planungen hierfür laufen, so das Versorgungsunternehmen.

Baden-Baden gibt Entwarnung in Sachen PFC

Und auch die Stadtwerke Baden-Baden reagieren nach der Mitteilung des Umweltbundesamts: Die PFC-Werte im Baden-Badener Trinkwassernetz liegen in allen Proben unterhalb der neuen Werte. Somit könne das Trinkwasser jederzeit bedenkenlos von Säuglingen, Kleinkindern, Jugendlichen, Schwangeren, stillenden Müttern und Kranken verwendet werden. Die Baden-Badener Stadtwerke haben laut Pressemitteilung in den vergangenen drei Jahren 3,2 Millionen Euro in die Trinkwasseraufbereitung investiert, um den Bürgern sauberes Trinkwasser zur Verfügung stellen zu können. Dies erfolgte über die Umkehrosmose-Anlage mit einer nachgeschalteten Retentataufbereitung über Aktivkohle im Grundwasserwerk.

Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

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