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Vier Fragen an Mariusz Sliwa
Vier Fragen an Mariusz Sliwa
12.01.2020 - 08:00 Uhr

Baden-Baden/Kapstadt (marv) - Die Schwarzwaldhochstraße ist eine bei Bikern beliebte Strecke. Für Mariusz Sliwa aber viel zu langweilig. Der 45-jährige Wahl-Baden-Badener ist am 9. August 2019 aufgebrochen, um innerhalb eines Jahres - von Baden-Baden aus startend - den afrikanischen Kontinent entlang der Küste abzufahren. An Weihnachten hat er Südafrika erreicht. BT-Redakteur Marvin Lauser hat ihn unter anderem gefragt, wie er auf die Idee gekommen ist, Tausende Kilometer auf dem Motorrad zurückzulegen.

BT: Herr Sliwa, wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Sabbatical zu machen und dabei mit dem Motorrad über den afrikanischen Kontinent zu fahren?

Mariusz Sliwa: Ich traute mich lange Zeit nicht, daran zu glauben, dass ich mir meine zwei großen Träume je werde erfüllen können: Afrika zu bereisen und Motorrad zu fahren. Diese zwei Träume begleiteten mich schon seit vielen Jahren. Afrika schien so weit weg zu sein, so unbekannt und Respekt einflößend.

Motorradfahren sei viel zu gefährlich

Das Motorradfahren war für mich ebenso lange Zeit im Bereich der unrealistischen Träume. "Viel zu gefährlich", bekam ich immer wieder zu hören. Dann kam das Jahr 2018. Es ergaben sich einige Gelegenheiten, ein Motorrad Probe fahren zu können. Ich lernte einen Motorradfahrer kennen, der mich inspirierte. Er war ein Jahr zuvor allein auf dem Motorrad durch Afrika gefahren und sagte mir, dass er sich stets sicher gefühlt habe, und dass es das Abenteuer seines Lebens gewesen sei. Ich war inspiriert und motiviert, auch beides zu verbinden und Afrika auf dem Motorrad selbst zu bereisen.

Meinung der Freundin wandelt sich

Darauf folgte kurz vor Weihnachten 2018 ein langes Gespräch mit dem Chef (Sliwa arbeitet bei den Baden-Badener Unternehmer Gesprächen, Anmerkung der Redaktion). Das Resultat: Ich durfte fahren und konnte meinen Job behalten. Viel schwieriger war der Prozess, meine Freundin davon zu überzeugen, dass ich diese Reise einfach machen muss. Mittlerweile ist sie vom größten Gegner zum großen Befürworter dieses Abenteuers geworden und will mich bei meinem nächsten Trip begleiten.

Zur Person: Marius Sliwa wurde am 1. Dezember 1974 im südpolnischen Sandomierz geboren. 1996 ist er nach Deutschland gekommen. Er hat sowohl den deutschen als auch den polnischen Pass. Seit 2012 wohnt er in Lichtental. Er ist geschieden, hat ein Kind und seit zwei Jahren eine neue Lebensgefährtin.

BT: Sie geben in ihrem Reise-Blog an, dass Sie Deutsch, Polnisch, Englisch, Japanisch, Russisch und Spanisch sprechen - wie haben Sie diese Sprachen gelernt?

Sliwa: Ich bin in Polen aufgewachsen und habe in der Schulzeit Russisch und Deutsch gelernt. Nach der Schule folgte ich meinem Vater nach Deutschland. Ich kam nach Leipzig und studierte dort Politikwissenschaften. Im Studium lernte ich dann Englisch und im Japanologie-Studium Japanisch.

Ein polyglotter Abenteurer

Spanisch kam nach dem Studium dazu, aus Interesse für das Land und die Kultur. Ich besuchte diverse Sprachkurse in Madrid und Salamanca. Für kurze Zeit habe ich die Sprache auch an der Baden-Badener Sprachschule gelernt.

BT: Würden Sie sich als Abenteurer bezeichnen?

Sliwa: Wenn Sie mit "Abenteurer" jemanden meinen, der jederzeit bereit ist, ein bequemes Leben aufzugeben, im Zelt oder in billigen Hotels über längere Zeit zu leben, der sich mit fremden Menschen wohlfühlt und neugierig auf fremde Kulturen ist und dem die Strapazen einer langen Reise nichts ausmachen, dann ja: Ich denke, dass ich mich so gern bezeichnen würde.

BT: Gab es einen Punkt auf Ihrer Reise, an dem Sie gerne die Reise abgebrochen hätten und umgekehrt wären?

Sliwa: Niemals! Es ist die eindrucksvollste Reise meines Lebens. Ich habe wunderbare Momente erlebt und großartige Menschen kennengelernt. Diese Erfahrung gebe ich nie wieder her. Ich fühle mich wohl mit all den Strapazen und Unbequemlichkeiten einer Motorradreise durch Afrika.

Ein ausführlicher Artikel erscheint im Lokalteil des Badischen Tagblatt und E-Paper.

Über seine Reiseabenteuer schreibt Mariusz Sliwa unter www.wanderlustfirst.eu.

Foto: Mariusz Sliwa

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