Kerber triumphiert in Wimbledon gegen Serena Williams

Kerber triumphiert in Wimbledon gegen Serena Williams

London (dpa) - Rücklings ließ sich Angelique Kerber nach ihrem Wimbledon-Coup auf den Heiligen Rasen plumpsen, sofort kamen ihr die Tränen. Als erste Deutsche seit Steffi Graf hat die 30 Jahre alte Tennisspielerin aus Kiel beim berühmtesten Tennis-Turnier der Welt gewonnen.

Mit einer furchtlosen und entschlossenen Leistung schaffte Kerber 22 Jahre nach dem letzten Titel ihres Vorbilds das Wimbledon-Wunder. Dank des beeindruckenden 6:3, 6:3 gegen Serena Williams feierte sie ihren Premieren-Coup in Wimbledon.

"Ein Traum ist wahr geworden", sagte Kerber, als sie um 18.27 Uhr Ortszeit die begehrte Venus Rosewater Dish in den Händen hielt. "Ich habe jede Sekunde der letzten zwei Wochen genossen." Als Deutschlands Tennis-Liebling den erste Matchball verwandelt hatte, nahm Serena Williams sie in die Arme. Überglücklich kletterte die neue Wimbledon-Königin dann in ihre Box, umarmte Mutter Beata und Trainer Wim Fissette. "Als ich ein kleines Kind war, wollt ich Wimbledon gewinnen. Ich bin überglücklich", sagte Kerber in einem ersten Fernseh-Interview der übertragenden Sender Sky und ZDF.

Leidenschaftlich und unaufgeregt

"Sie ist eine unglaubliche Person", würdigte Serena Williams. Mit einem leidenschaftlichen und unaufgeregten Auftritt in 65 Minuten gegen die junge Mutter krönte Kerber ihre Karriere an der Spielstätte, die ihren Sport in Deutschland in Zeiten von Graf und Boris Becker am intensivsten bekannt gemacht hat.

In der Neuauflage des Endspiels von 2016 nutzte die Kielerin mit ihrem unbändigen Willen die Chance, die sich nach der Babypause von Williams ergab. "Es war so ein erstaunliches Turnier für mich. Ich hatte wirklich gehofft, so weit zu kommen", sagte die zu Tränen gerührte Williams, die erst ihr viertes Turnier nach ihrer Babypause spielte, und widmete ihre Leistung allen Müttern dieser Welt.

Kerber verwehrte Williams' ohnehin schillernder Karriere vorerst ein weiteres imposantes Kapitel: Nur gut zehn Monate nach der Geburt ihrer Tochter Alexis Olympia imponierte die US-Amerikanerin mit ihrem Einzug ins Endspiel, stellte den Allzeit-Rekord der Australierin Margaret Court mit 24 Grand-Slam-Titeln aber noch nicht ein.

Foto: dpa

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