Kretschmann bleibt die Nummer 1 - beliebtester Ministerpräsident

Kretschmann bleibt die Nummer 1 - beliebtester Ministerpräsident

Stuttgart/Berlin (lsw) - Winfried Kretschmann ist einer Umfrage zufolge nach wie vor der beliebteste Ministerpräsident Deutschlands. 74 Prozent der Baden-Württemberger sind mit der Arbeit ihres Landesvaters zufrieden, 22 Prozent sind es nicht, wie eine am Montag veröffentlichte Forsa-Umfrage für das "RTL/n-tv-Trendbarometer" ergab.

Allerdings kommt Kretschmanns Arbeit offenbar nicht mehr ganz so gut bei den Wählern an wie noch vor ein paar Monaten. In einer Forsa-Umfrage vom Januar konnte er noch 76 Prozent seiner Landsleute von sich überzeugen, nur 17 Prozent waren unzufrieden.

Die bundesweit einzige Koalition unter Führung eines grünen Ministerpräsidenten besteht seit Mai 2016 und geht im Herbst in die zweite Halbzeit. Die hohen Umfragewerte werfen erneut die Frage nach einer möglichen Nachfolge für den 70-Jährigen auf - ein Dauerthema im Südwesten seit Monaten.

Digitalisierung als Kernthema

Kretschmann hatte erst vor einer Woche in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur gesagt, dass er sich keine Sorgen über seine Nachfolge mache. "Nein, die mach ich mir nicht. Jedenfalls nicht jetzt. Gedanken mach ich mir in anderthalb Jahren. Und das ist auch der richtige Zeitpunkt." Bis zum Ende der Legislaturperiode hat er nach eigener Darstellung auch noch einiges vor. So treibe ihn etwa die Frage der Digitalisierung in der Gesellschaft um.

Kritik der Opposition: Kein politischer Gestaltungswille erkennbar

SPD-Fraktionschef Andreas Stoch hatte Kretschmann am vergangenen Freitag aufgefordert, bei der Landtagswahl 2021 nicht erneut anzutreten. "Es geht ihm doch nur noch darum, seine selbst gewählte Rolle des Landespräsidenten zu leben", warf er Kretschmann in den "Stuttgarter Nachrichten" vor. "Größeren politischen Gestaltungswillen kann ich bei ihm nicht mehr erkennen."

Gefragt wurden für die Forsa-Studie knapp 7.500 Wahlberechtigte in den 13 Flächenländern - also allen Bundesländern außer den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Grund: In diesen drei Städten werden die Regierungschefs von der Bevölkerung als Bürgermeister (wie in allen anderen urbanen Metropolen) und nicht als Ministerpräsidenten wahrgenommen.

Markus Söder landet in Umfrage auf dem letzten Platz

Schleswig-Holsteins Landeschef Daniel Günther schafft es als bester CDU-Ministerpräsident nach Kretschmann auf den zweiten Platz, mit seiner Arbeit sind 66 Prozent nach eigener Aussage zufrieden, gegenüber 26 Prozent Unzufriedenen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat der Umfrage zufolge von allen Regierungschefs der Flächenländer die schlechtesten Zufriedenheitswerte. 64 Prozent aller gefragten Bayern erklärten sich mit Söders Arbeit unzufrieden.

Foto: dpa

zurück