Polizei zieht Reisebusse aus dem Verkehr

Polizei zieht Reisebusse aus dem Verkehr

Karlsruhe (red) - Von 15 Reisebussen, die am Wochenende im Bereich Karlsruhe kontrolliert wurden, waren gerade einmal zwei ohne Beanstandungen. Auslöser der Kontrolle war der schwere Busunfall Ende Juni auf der Autobahn A5 bei Karlsruhe, bei dem eine Frau starb und 31 Personen verletzt wurden.

Besonderes Augenmerk legten die Beamten dabei auf die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten. Überwiegend wurden dabei falsche Eingaben in den digitalen Fahrtenschreiber festgestellt, das heißt, die tatsächlichen Fahrzeiten waren deutlich länger als die angegebenen.

So hatte ein Fahrer bereits eine dreistündige Autofahrt bis zur Busübernahme hinter sich. Diese Zeit hatte er als Ruhezeit erfasst, obwohl diese laut Polizei als Arbeitszeit zu erfassen ist. Die anschließende Fahrt mit dem Reisebus wäre, bei korrekter Erfassung der Arbeitszeit nicht durchführbar gewesen.

Bereitschaftsdienst erfordert Ruhezeit

Einen ähnlichen Täuschungsversuch unternahm der Fahrer eines Busses, der von England nach Köln unterwegs war. Der Fahrer, der in Köln den Bus übernehmen und weiter nach München fahren sollte, war bereits als Passagier im Bus gesessen. Die Weiterfahrt nach München hatte er als Ruhezeit in den digitalen Fahrtenschreiber eingegeben, da er dort den Bus als Fahrer wieder übernehmen sollte. Diese Fahrt hätte jedoch als Bereitschaftszeit aufgezeichnet werden müssen, was eine entsprechende Ruhezeit nach sich gezogen und die Abfahrt des Reisebusses in München verzögert hätte.

Neben den Busfahrern müssen auch die Verantwortlichen der jeweiligen Busunternehmen mit einem Bußgeld rechnen, so die Polizei.

Symbolfoto: dpa

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