Kühe wegen Futternot geschlachtet

Kühe wegen Futternot geschlachtet

Karlsruhe (lsw) - Baden-Württembergs Bauern hoffen angesichts der wochenlangen Dürre auch in vielen Regionen des Südwestens auf schnelle Hilfen vom Bund. "Es geht darum, Einkommensausfälle zu kompensieren", sagte der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Klaus Mugele.

"Für Betroffene ist das sehr, sehr wichtig." Auch wenn es den Südwesten insgesamt nicht so hart treffe wie Norddeutschland, sorge die Dürre doch dafür, dass teils Milchkühe geschlachtet würden, weil Bauern das Futter ausgehe. "Einzelne Betriebe sind in schwieriger Lage", betonte Mugele angesichts eines Bund-Länder-Treffens zu Dürreschäden in der Landwirtschaft an diesem Montag in Berlin.

Getreideernte um 15 bis 20 Prozent geringer

Schadenszahlen für das Land konnte Mugele noch nicht nennen. "Die Betroffenheit ist sehr unterschiedlich." Er schätze, dass in Baden-Württemberg wegen der anhaltenden Trockenheit im Schnitt 15 bis 20 Prozent weniger Getreide geerntet werde. Beim Raps sei es ähnlich. Futter für die Rinderhaltung - wie Gras und Mais - könnte es insgesamt gut ein Drittel weniger geben, je nach Region drohten Ausfälle bis zur Hälfte. Vor allem Bauern im Norden Baden-Württembergs litten unter der Dürre.

Regen könnte Ausmaß der Schäden verringern

Bei dem Treffen in Berlin wollen sich Bund und Länder einen Überblick über die Dürreschäden verschaffen. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will vor Hilfszusagen zunächst Daten der amtlichen Erntebilanz abwarten - sie ist für Ende August vorgesehen. Viehhaltern, bei denen Futter knapp wird, hat sie schnellere Hilfen von Bund und Ländern in Aussicht gestellt. Für ganz Deutschland fordert der Bundes-Bauernverband Hilfen von insgesamt einer Milliarde Euro für betroffene Betriebe.

Mugele begrüßte das Vorgehen der Bundesministerin. "Zuerst müssen die Zahlen ermittelt werden." Noch sei die Saison nicht zu Ende. Das Ausmaß der Schäden im Bereich Futtermittel könnte sich bei Regen noch verringern. Was die Bauern auf jeden Fall bräuchten, sei aber die Möglichkeit einer steuerfreien Risikorücklage.

Foto: dpa

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