Romantische Stunden enden in stundenlanger Rettungsaktion

Romantische Stunden enden in stundenlanger Rettungsaktion

Graben-Neudorf (red) - Eigentlich wollte es nur heimlich ein paar romantische Stunden auf dem Dach einer Schule verbringen, doch die illegale Aktion eines jungen Paares endete in der Nacht auf Mittwoch in Graben-Neudorf (Landkreis Karlsruhe) in einer dramatischen und stundenlangen Rettungsaktion durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr.

Wie die Feuerwehr aus Graben-Neudorf auf ihrer Homepage mitteilt, war das junge Pärchen im Alter von 20 Jahren über ein Baugerüst auf das Dach der Pestalozzischule geklettert. Dort wollten die beiden ganz romantisch die Sterne beobachten. Doch schon kurze Zeit später kam das junge Paar offenbar auf die Idee, sich durch den Lüftungsschacht einen Zugang zum Gebäude zu verschaffen.

Sechs Meter in die Tiefe gestürzt

Bereits nach wenigen Metern im Schacht rutschte der 20-Jährige ab und stürzte etwa sechs Meter tief in den Lüftungsschacht. Nachdem die ersten Rettungsversuche durch seine Begleiterin mit Hilfe eines Bettlakens scheiterten, verständigten sie den Notruf.

Die Feuerwehr rückte daraufhin an und verschaffte sich mit der Drehleiter einen Zugang auf das Schuldach. Während die 20-Jährige mit einer leichten Verletzung am Bein, nach unten transportiert und dem Rettungsdienst übergeben werden konnte, demontierten die Feuerwehrkräfte auf dem Dach den Schachtdeckel und verschafften sich einen Zugang zum im Lüftungsschacht steckenden jungen Mann. Parallel hierzu wurde im Inneren des Schulgebäudes die Leichtbauwand an der entsprechenden Stelle entfernt, um von innen ebenfalls einen Zugang zum Patienten schaffen zu können.

Da schnell klar war, dass der 20-Jährige mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht gerettet werden konnte, wurde eine Höhenrettungsgruppe nachgefordert.

Höhenretter steigt kopfüber in den Schacht

Die Höhenretter ließen daraufhin eine Einsatzkraft kopfüber in den Schacht und versuchten den 20-Jährigen zu befreien. Erst als jedoch im ersten Obergeschoss ein Bogen des Lüftungsschachtes abmontiert wurde, konnte der Patient von der Feuerwehr aus dem Schacht gezogen werden. Er wurde mit dem Rettungswagen in eine Klinik transportiert.

Polizei ermittelt gegen das Paar

Durch die Befreiungsaktion musste am Gebäude und am Lüftungsschacht ein erheblicher Schaden zugefügt werden, die Feuerwehr geht derzeit von rund 10.000 Euro Schaden aus. Die Polizei hat die Ermittlungen gegen die beiden 20-Jährigen aufgenommen.

Symbolfoto: dpa

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