Ohne Bello in den Urlaub - Zur Ferienzeit quellen Tierheime über

Ohne Bello in den Urlaub - Zur Ferienzeit quellen Tierheime über

Karlsruhe (lsw) - In den Sommerferien platzen die Tierheime in Baden-Württemberg aus allen Nähten. "Tiere bekommt man oft spottbillig, das ist ein Riesenproblem", sagte Martina Klausmann, Mitarbeiterin des Landestierschutzvereins mit Sitz in Karlsruhe.

Die Schwelle sich ein Haustier zuzulegen, sei durch die bequeme Verfügbarkeit über Internet und Kleinanzeigen gesunken. "Viele kaufen unüberlegt und dann fällt ihnen vorm Urlaub auf, dass sie gar nicht wissen, was sie mit dem Tier machen sollen."

Im Tierheim in Böblingen wurden in diesen Sommerferien vor allem Hunde abgegeben. "Die vielen Anfragen sind erschreckend", sagte Leiterin Annette Lehmann. "Bevor sie wegfahren, merken die Besitzer angeblich plötzlich, dass sie eigentlich eine Allergie haben." Viel Zeit hätten Mitarbeiter zuletzt auch damit zugebracht, ausgesetzte Kaninchen in einem Waldstück einzufangen.

Wilde Katze bekommen in den Sommermonaten Junge

Auch schon neben Haltestellen und Müllcontainern hat man in Freiburg in den vergangenen Wochen herrenlose Tiere eingesammelt. "Kurz vor Ferienbeginn gehen die Zahlen hoch", sagte Tierheim-Mitarbeiter Raphael Greiner. In dieser Saison landeten vor allem Kaninchen und Hunde vermehrt bei ihnen.

Im Ulmer Tierheim weiß man dagegen nicht mehr wohin mit den Katzen. Das habe aber weniger mit der Urlaubszeit zu tun, wie Mitarbeiter Jonas Galler erklärt. "In den Sommermonaten bekommen wilde Katzen Junge." Daher würden gerade viele junge Kätzchen abgegeben werden.

Überforderung bei Besitzern von Reptilien

Nicht nur in den Ferien voll ausgelastet ist das Stuttgarter Tierheim. 2500 bis 3000 Tiere werden hier im Schnitt jedes Jahr aufgenommen. "Wir arbeiten eigentlich immer an der Grenze", sagte Leiterin Marion Wünn. Zugenommen habe vor allem die Zahl der abgegebenen Reptilien, wie Giftschlangen oder Landschildkröten. "Da fehlt oft die Sachkunde. Wenn es den Besitzern dann zu viel wird, wollen sie die Tiere schnell loswerden."

Foto: dpa

zurück