Radfahrverbot mit Frühstart

Radfahrverbot mit Frühstart

Rastatt (ema) - Seit 60 Jahren lebt Helmut Hoffmann in der Tulpenstraße. Wenn er in die Stadt will, schnappt er sich sein Fahrrad und radelt von der Steinmauerner Straße über den Gedenkstein und die Kinkelstraße ins Zentrum. Jahrzehntelang war das für ihn und viele andere Pedaleure eine beliebte Strecke. Doch vor wenigen Tagen haben Bauhofmitarbeiter den Radlern einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Weil die Stadt dem Radfahrverbot auf den Murgdämmen Nachdruck verleihen wollte, pinselten die Ordnungshüter der Technischen Betriebe an verschiedenen Auffahrten Verbotsschilder auf den Asphalt - so auch am Übergang von der Steinmauerner Straße.

Ein Schildbürgerstreich, wie Helmut Hoffmann findet. Denn nach seiner Auffassung müsste das Verbotszeichen oben vor dem Murgdamm angebracht werden - was zumindest das Radeln über den Gedenkstein in die Kinkelstraße erlauben würde. So aber müssen die Radfahrer jetzt einen Umweg über die Ecke Nelken- und Zeughausstraße auf sich nehmen, um ins Zentrum zu gelangen. Jetzt erhofft sich Hoffmann ein Einsehen im Rathaus.

Macht die Verwaltung den Weg doch noch frei?

Dort scheint man die Lage noch nicht in zweifelsfreier Endgültigkeit beurteilen zu können. Einerseits ist aus Sicht der Ordnungshüter das Tabu berechtigt - schließlich handelt es sich bei dem Gedenkstein-Areal um eine Grünanlage, in der das Radfahren laut Polizeiverordnung verboten ist. Andererseits ist nach Kenntnis der Stadtplanung die Rampe zum Murgdamm einst extra für Radfahrer gebaut worden, als das Gesetz noch kein Verbot aussprach. Eine Zwickmühle, in der noch nicht ersichtlich ist, ob die Verwaltung den Weg nicht doch noch frei machen wird. Wir halten alle Radfahrer auf dem Laufenden.

Foto: Mauderer

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