Schafsrisse durch Wolf bestätigt

Schafsrisse durch Wolf bestätigt

Stuttgart (red) - Die Ende Juli in Baiersbronn gerissenen zwei Schafe gehen auf das Konto eines Wolfs. Dies hat die genetische Untersuchung von Rissabstrichen im Senckenberg-Institut ergeben, wie das Stuttgarter Umweltministerium am Donnerstag mitteilte.

Die Spuren hatten Mitarbeiter der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) noch am selben Tag vor Ort gesichert, als die zwei Schafe aus einer Herde von rund 20 Tieren gerissen wurden. Ein drittes Tier ist seitdem verschwunden.

Die Fachleute der FVA gehen demnach davon aus, dass es sich um den Wolf mit dem offiziellen Kürzel "GW 852m" gehandelt hat, der bereits wiederholt im Nordschwarzwald nachgewiesen werden konnte.

Laut FVA belege die Spurenlage, dass die Schafe außerhalb des Zauns getötet wurden. Der FVA zufolge sei eine Schwachstelle des insgesamt gut aufgestellten Zaunes die zu geringe Erdung gewesen, ohne die kein ausreichender Stromschlag bei Kontakt möglich ist. Weder ein Ausbruch der Schafe noch das Eindringen eines Wolfes könnten jedoch ohne ausreichende Erdung zuverlässig verhindert werden, betont das Ministerium.

Nutztiere wolfssicher einzäunen

Dennoch: "Der Schafhalter wird zeitnah und unbürokratisch seinen finanziellen Schaden über den Ausgleichsfonds Wolf erstattet bekommen", erklärte Umweltstaatssekretär Andre Baumann. Wichtig sei aber, "dass der Wolf sich jetzt nicht daran gewöhnt, in unzureichend gesicherten Herden quasi einen gedeckten Tisch vorzufinden". Der Vorfall in Huzenbach zeige erneut, dass die Nutztiere im Nordschwarzwald jetzt so schnell wie möglich wolfssicher eingezäunt werden müssten, betont er und verweist auf die Landesförderung für umfangreiche Herdenschutzmaßnahmen, darunter auch Elektrozäune und die erforderliche Erdung, mit 90 Prozent der Kosten.

Wolf durch Stromschlag abschrecken

"Der Wolf muss einen ordentlichen Schlag bekommen, wenn er sich einer Schafherde nähert", so Baumann. "Das erhöht die Chancen, dass er sich doch lieber im Wald seine Nahrung sucht, wo er genügend Rehe, Hirsche und Wildschweine finden kann."

Symbolfoto: dpa

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