Weniger Grundschüler und viel zu wenige Lehrer

Weniger Grundschüler und viel zu wenige Lehrer

Stuttgart (lsw) - Rund 94.200 Kinder gehen in der kommenden Woche erstmals zur Schule. Das sind etwa 1.400 weniger als noch vor einem Jahr. Ihre Schulart, die Grundschule, bereitet jedoch dem Kultusministerium aktuell die größten Sorgen.

Der Mangel an Lehrern für die jüngsten unter den mehr als 1,5 Millionen Schülern überschattet das neue Schuljahr, das am kommenden Montag beginnt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht von 500 fehlenden Lehrern an den 2400 Grundschulen aus. Auch 100 Sonderpädagogen fehlen demnach. Sie unterrichten auch in Klassen mit behinderten Kindern an Grundschulen.

Wie viele der etwa 5.500 zu besetzenden Stellen wirklich vakant bleiben, wird Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) an diesem Donnerstag bekanntgeben. Zum Anfang des vergangenen Schuljahres waren 672 Stellen offen, vor allem an Grund- und Sonderschulen. Zu viele Bewerber gibt es derzeit nur bei den Gymnasien. Mehrere Tausend Männer und Frauen konkurrieren um knapp 900 Stellen.

Wer nicht zum Zuge komme, könne sich bei den Grundschulen bewerben, betonte Eisenmann. Zuletzt versuchte sie, mit 2.500 Postkarten unter dem Motto "Wir suchen Sie!" Pädagogen zu gewinnen. Eisenmann: "Ich wünsche mir, dass sich dadurch Junglehrer für eine unbefristete Stelle entscheiden, auch wenn sie nicht an ihrem Wunschort liegt."

Auf die Grundschule kommt mit dem verschobenen Einstieg in die erste Fremdsprache eine Neuerung zu. Eisenmann hatte die Verlegung auf die dritte Klasse veranlasst, um in den ersten zwei Klassen mehr Raum für Lesen, Schreiben und Rechnen zu schaffen - eine Maßnahme, über die sich die Experten streiten.

Symbolfoto: dpa

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