Kurz vor dem Schulanfang: Rund 700 Lehrerstellen unbesetzt

Kurz vor dem Schulanfang: Rund 700 Lehrerstellen unbesetzt

Stuttgart (lsw) - Grundschulen vor allem im ländlichen Raum müssen sich im neuen Schuljahr wieder auf eine knappe Personaldecke einstellen. Insgesamt seien von den rund 5.700 unbefristeten Lehrerstellen an den öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen zwar rund 5.000 Stellen besetzt worden.

Es gebe aber jetzt noch rund 700 offene Stellen, vor allem an den Grundschulen, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Donnerstag in Stuttgart. Infolge dessen würden dort etwa leicht größere Klassen gebildet. Auch an den Haupt- und Werkrealschulen sowie an den Realschulen gibt es einige vakante Stellen. Das reguläre Einstellungsverfahren läuft aber noch bis Ende September.

Eisenmann: Pensionierungswelle war absehbar

Eisenmann machte die frühere grün-rote Landesregierung (2011 bis 2016) für die Probleme verantwortlich. Die Pensionierungswelle von Lehrern sei seit langem absehbar gewesen, so dass man die Ausbildungskapazitäten bereits vor fünf bis sechs Jahren hätte ausbauen müssen. Das sei aber nicht passiert. An diesem Montag beginnt für rund 1,5 Millionen Kinder das neue Schuljahr.

Nicht Lehrstellen- sondern Lehrermangel

Die Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, hatte der Landesregierung vorgeworfen, an den Schulen habe sich im Vergleich zum Schuljahresbeginn vor einem Jahr nichts verbessert. Dem widersprach Eisenmann entschieden. Ohne das Maßnahmenpaket der Landesregierung wäre die Situation weitaus schlimmer, sagte sie. Zudem sei die Situation in Baden-Württemberg bei der Unterrichtsversorgung nicht so gravierend, wie in vielen anderen Bundesländern. Gewerkschaftliche Forderungen nach mehr Lehrerstellen führten nicht weiter, meinte sie. Denn das große Problem bestehe eben darin, dass es einen Lehrermangel gebe.

Foto: dpa

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