156 öffentliche Schulen zum Unterrichtsbeginn ohne Rektoren

156 öffentliche Schulen zum Unterrichtsbeginn ohne Rektoren

Stuttgart (lsw) - Zum neuen Schuljahr sind viele öffentliche Schulen im Land noch ohne Rektor. 156 öffentliche Schulen sind betroffen, wie die "Schwäbische Zeitung" (Montag) berichtete. Allein von den rund 2.400 öffentlichen Grundschulen haben 112 demnach keinen Rektor - das entspricht fast fünf Prozent.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat ein Konzept erarbeitet, um die Schulleitungen zu stärken. Es liegt derzeit bei Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) zur Prüfung. Vorgesehen ist, dass insbesondere die Leiter kleiner Grundschulen mehr Geld und Unterstützung bekommen.

Am Montag hat nach den Sommerferien für rund 1,5 Millionen Kinder im Südwesten das neue Schuljahr begonnen. Darunter waren rund 94.200 Schulanfänger. Etliche der etwa 4.500 Schulen müssen sich wieder auf eine knappe Personaldecke einstellen. Zuletzt waren 700 Lehrerstellen an den öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen noch nicht besetzt, weil für sie keine Lehrer gewonnen werden konnten. Besonders betroffen sind Grundschulen im ländlichen Raum.

Mehr Geld soll Stelle attraktiver machen

Eisenmanns Sprecherin bestätigte am Montag die in der Zeitung genannten Details des Konzepts zur Stärkung der Schulleiter. Demnach ist der Rektor einer Schule mit bis zu 80 Schülern bislang in der Lohngruppe A12 eingruppiert, was einem Einstiegsgehalt von rund 3.600 Euro brutto im Monat entspricht. Zudem erhält er eine Zulage von 200 Euro. Beispiel: Eine Leiterin einer Grundschule mit bis zu 80 Schülern, die seit sechs Jahren Beamtin, zudem verheiratet und Mutter zweier Kinder ist, kommt samt Zulagen auf 4.536 Euro brutto im Monat.

Wer mehr Schüler verantwortet, wird bislang nach A13 bezahlt und bekommt - abzüglich der Zulage - rund 450 Euro mehr. Einen Konrektor zur Unterstützung bekommen Schulleiter bislang mit mehr als 180 Schülern. Eisenmann plant, beide Mindestschülerzahlen etwa zu halbieren, um die Hürden für ein Gehalt nach A13 und der Gewährung eines Konrektors zu senken und die Leitungsstellen somit ein Stück attraktiver zu machen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) forderte, jeder Schulleiter solle mindestens A13 erhalten.

Mehr Schulstunden für Lesen, Schreiben und Rechnen

Andere Neuerungen traten jetzt mit dem neuen Schuljahr in Kraft: Eisenmann hat den Einstieg in die erste Fremdsprache auf Klasse drei verlegt, um Stunden für Lesen, Schreiben und Rechnen in den beiden ersten Klassen zu schaffen. Zudem gingen die ersten zwei Oberstufen an Gemeinschaftsschulen an den Start - und zwar an der Gebhardschule in Konstanz und an der Gemeinschaftsschule West in Tübingen. Bislang gehen die Gemeinschaftsschulen im Land nur bis zur zehnten Klasse.

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