Hautkrebs nimmt zu: Sonnencreme schützt davor nicht

Hautkrebs nimmt zu: Sonnencreme schützt davor nicht

Stuttgart (dpa) - Die Hautkrebsraten steigen weiterhin. Das mag auch an einem Irrglauben liegen: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor schützt zwar vor Sonnenbrand, nicht aber vor Hautkrebs.

Darauf weist der der Tübinger Hautkrebsexperte Claus Garbe hin. Es sei nicht so, dass die Haut durch Sonnenschutzmittel komplett vor Hautkrebs geschützt werden könne. "Vor Sonnenbrand ja, vor Hautkrebs nicht." Schon sehr niedrige Dosen UV-Strahlung verursachten Veränderungen des Erbguts in der Haut, die das Krebsrisiko vergrößern können. "Sobald die Haut braun wird, sind schon Mutationen ausgelöst."

Garbe, Mediziner an der Eberhard Karls Universität Tübingen, ist Tagungspräsident des Deutschen Hautkrebskongresses, der am Donnerstag in Stuttgart beginnt. Der Professor berichtet vom "überraschenden Resultat" einer Studie mit rund 1800 Kindergartenkindern, nach der Sonnenschutzmittel keinen Effekt auf die Entwicklung von Hautmutationen hatten. Schutz durch Kleidung dagegen habe einen deutlichen Unterschied ausgemacht.

Solange die Menschen das ausgiebige Sonnenbaden nicht sein ließen, solange braun sein "in" sei, stiegen die Hautkrebsraten wohl weiter, sagt der Mediziner, und das ungebremst. Bis 2030 werde eine Verdoppelung bei der Zahl der Neuerkrankungen erwartet.

Symbolfoto: dpa

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