So bleibt die Hitze draußen

So bleibt die Hitze draußen

Baden-Baden / Schwäbisch-Hall (red) - Der Deutsche Wetterdienst warnt in dieser Woche vielerorts vor extremer Hitze. Glücklich, wer dann heim ins Kühle flüchten kann. Mit welchen Maßnahmen die Hitze draußen bleibt, erklärt die Bausparkasse Schwäbisch-Hall in einer Pressemitteilung.

Bei anhaltender Hitze können einmal aufgeheizte Räumlichkeiten kaum noch abkühlen. Welche baulichen Maßnahmen helfen, damit das Haus nicht ins Schwitzen gerät, weiß Architekt Sven Haustein von der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Die Fenster: Mit dem Licht kommt die Hitze

Großflächige Fenster bringen Licht, aber auch Wärme ins Haus. Abhilfe schaffen getönte Fensterscheiben oder Sonnenschutzfolien. Der Haken: Im Herbst und Winter verringern sie die Helligkeit im Inneren. "Außen angebrachte Verschattungsvorrichtungen halten weit mehr Wärme ab als innen angebrachte Elemente", erklärt Haustein. "Es gibt ein breites Sortiment an Verschattungselementen wie Rollläden und Markisen, die wirklich effektiv vor Hitze schützen." Noch besser sei es, schon bei der Bauplanung vorzusorgen: Fensterflächen begrenzen oder Beschattungsmöglichkeiten schaffen. Lüftungsanlagen tragen laut Pressemitteilung auch ohne Klimatisierung durch erhöhte Nachtlüftung zur Luftzirkulation und Kühlung bei.

Das Dach: Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung

Bei hoher Sonneneinstrahlung könne sich die Deckung auf über 80 Grad Celsius erhitzen. Eine gute Schutzschicht sei also unverzichtbar. "Hellere Ziegel reflektieren mehr Wärmestrahlung und verbessern so den Hitzeschutz", weiß Haustein. Im Gegensatz zur Verwendung von dunklen Ziegeln heizten sich Gebäude unter einer hellen Eindeckung deutlich weniger auf - ein wichtiger Aspekt für Wohngebäude mit Dachgeschosswohnungen. "Allerdings lässt der Bebauungsplan helle Ziegel häufig nicht zu", so Haustein. Auch Dachbegrünungen hielten Hitze zuverlässig ab, so die Mitteilung weiter.

Die Fassade: Innen gedämmt - außen hell

Im Sommer kühl und im Winter warm: Für die richtige Isolierung sorgten Dämmstoffe mit geringer Wärmeleitfähigkeit und hoher Wärmespeicherkapazität. Während alle massiven Bauteile wie Beton, Mauerwerk oder Holz wie Wärmepuffer wirkten, erhitzten sich Stahl- und Glaselemente an der Fassade generell stark, so die Bausparkasse. Daneben tragen helle Außenwände oder eine Fassadenbegrünung zu angenehmeren Temperaturen bei. "Setzt man auf rankende Pflanzen und nicht auf Selbstklimmer wie Efeu, bleibt die Fassade auch intakt", erklärt Haustein. "Angriffspunkte wie Dachziegel oder Dachrinnen sollten aber regelmäßig geprüft und freigeschnitten werden."

Das Grundstück: Pflanzen statt Beton

Bäume spenden Schatten und schützen wirksam vor Hitze. Im Winter jedoch können hohe Gewächse Wärme und Helligkeit abhalten. Laubbäume lassen Licht durch und sind deshalb laut Pressemitteilung eine bessere Wahl als Nadelbäume. Offene Wasserflächen wie ein Teich oder ein Brunnen sorgen für zusätzliche Abkühlung auf dem Grundstück. Versiegelte Flächen, Schottergärten und kahle Böden trocknen bei anhaltender Hitze hingegen besonders schnell aus und nehmen dann kein Wasser mehr auf. Für größere Flächen auf hitzegefährdeten Grundstücken eignen sich trockenbeständige Pflanzen daher besser als Pflastersteine oder Bodenplatten.

Foto: Christin Klose/dpa

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