Infos rund um den Impfschutz

Infos rund um den Impfschutz

Baden-Baden/Rastatt (red) - Immer wieder gibt es auch in Deutschland Ausbrüche von Masern, einer Infektionskrankheit, die per Impfung in diesem Land eigentlich bezwungen sein sollte. Grund dafür ist, dass die sogenannte Impfquote sinkt, das heißt nicht mehr ausreichend Menschen immunisiert sind, um eine Infektionsverbreitung zu verhindern. Um zu klären, wo die Probleme liegen und was Experten raten, hat BT-Redakteurin Stephanie Hölzle vier Fragen an Dr. Angella Reka Schuster, beim Gesundheitsamt des Landkreises Rastatt zuständig für Infektionsschutz, gestellt.

BT: Vor dem Hintergrund wiederholter Masern-Ausbrüche auch in Deutschland raten Experten dringend dazu, den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommision (STIKO) zu folgen. Was raten Sie Eltern, die bei diesem Thema unsicher sind?

Angella Reka Schuster: Selbstverständlich schließen wir uns den Empfehlungen der STIKO an und beraten unsichere Eltern entsprechend.

BT: Kinder werden mit einem Mehrfach-Impfstoff gegen Masern immunisiert, der auch Mumps und Röteln umfasst. Ein Impfstoff nur gegen Masern ist derzeit nicht erhältlich, ebensowenig wie ein Serum nur gegen Röteln. Was raten Sie: Ist bei Erwachsenen dann ebenfalls eine Mehrfachimpfung sinnvoll und auch gut verträglich?

Schuster: Nach 1970 geborenen Erwachsene sollten bei unklarem Impfstatus einmalig mit dem Mehrfachimpfstoff Masern-Mumps-Röteln (MMR) geimpft werden. Die MMR Impfung ist für Kinder sowie für Erwachsenen sehr gut verträglich.

BT: In Bezug auf Impflücken sind jüngst vor allem auch Erwachsene ins Blickfeld gerückt. Es wurde geraten, einen Impfstatus erstellen zu lassen. Was ist das genau und wie und wo kann man eine solche Statusprüfung machen lassen?

Schuster: Als Impfstatus werden die erhaltenen Impfungen eines jeweiligen Menschen bezeichnet. Diese werden idealerweise im Impfpass dokumentiert. Die Überprüfung des Impfpasses und gegebenenfalls eine Vervollständigung der Impfungen gehört in den täglichen Aufgabenbereich einer jeden Allgemeinarztpraxis.

BT: Die große allgemeine Frage zum Schluss: Was halten Sie von einer Impfpflicht bzw. dem Vorstoß, Kindern den Zugang zu Betreuungseinrichtungen nur bei vollständigem Impfschutz zu gewähren?

Schuster: Die Einführung einer Impfpflicht ist aktuell noch in der Diskussion. Das Gesundheitsamt kann erst Aussagen hierzu tätigen, wenn das Gesetz in seiner endgültigen Form verabschiedet wurde.

Kontakt:

Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut, Impf-Hotline: (0 30) 18 75 40. (Montags von 9.30 bis 11.30 Uhr und donnerstags von 12 bis 14 Uhr.

https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Impfempfehlungen_node.html

Symbolfoto: Lukas Schulze/dpa

"Vier Fragen an:" ist eine Reihe der BT-Onlineredaktion. Die vier Fragen richten sich an Menschen, die gerade im Fokus stehen, etwas Interessantes erlebt oder zu erzählen haben oder aufgrund ihrer Tätigkeit interessant sind.

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