Bühler Kläranlage wird aufgerüstet

Bühler Kläranlage wird aufgerüstet

Bühl (red) - Der Abwasserzweckverband Bühl und Umgebung rüstet seine Kläranlage mit einer Verfahrensstufe zur Beseitigung von Spurenstoffen auf.

"Damit geht der Abwasserzweckverband einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen und zukunftssicheren Abwasserbehandlung", so Regierungspräsidentin Sylvia Felder.

Das Bühler Klärwerk gebe als erste Anlage im Landkreis Rastatt wichtige Impulse für weitere Betreiber von kommunalen Kläranlagen. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 13,6 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg fördert den Bau der vierten Reinigungsstufe zur Elimination von Spurenstoffen mit einem Zuschuss in Höhe von rund drei Millionen Euro. Die Mittel stammen aus dem baden-württembergischen Staatshaushalt, den der Landtag beschlossen hat.

"Die Betreiber der Kläranlagen in Baden-Württemberg haben bei der Eliminierung von Spurenstoffen bundesweit eine führende Rolle übernommen", betont Umweltminister Franz Untersteller. Das liege auch am Landeszuschuss. So fördere das Land nach der Förderrichtlinie Wasserwirtschaft den Ausbau der Anlagen mit Spurenstoffelimination mit einem Bonus von 20 Prozent.

Eine Behandlungsstufe mehr

Mit dem Millionenzuschuss des Landes wird die Kläranlage Bühl auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Hierzu soll die Kläranlage in den nächsten drei Jahren um eine Behandlungsstufe zur Spurenstoffelimination mit Pulveraktivkohle sowie einer nachgeschalteten Filtrationsstufe erweitert werden.

Die Verbandskläranlage in Vimbuch soll zukünftig das Abwasser von 105000 Einwohnerwerten behandeln. Das Einzugsgebiet umfasst die Stadt Bühl und die Gemeinden Bühlertal, Ottersweier und Lauf. Das geklärte Abwasser wird in den Sandbach und anschließend in den Rhein eingeleitet.

Spurenstoffe aus Arznei völlig beseitigen

Untersuchungen zeigen seit vielen Jahren, dass in Abläufen kommunaler Kläranlagen Spurenstoffe, insbesondere Arzneimittelrückstände wie beispielsweise in Antibiotika, Arzneimitteln mit hormonellen Wirkungen, Psychopharmaka, Zytostatika, Betablockern und Schmerzmitteln nachweisbar sind. Die kommunalen Klär-anlagen mit konventioneller Reinigung können diese Stoffe nur zu einem kleinen Teil entfernen, da sie auf Kohlenstoffabbau und Nährstoffelimination ausgelegt sind.

Symbolfoto: Corinna Schwanhold/dpa

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