Damit die Fische Aufzug fahren

Damit die Fische Aufzug fahren

Von Markus Mack

Forbach - Der riesige Bohrer frisst sich knirschend in die Tiefe - beim Niederdruckwerk der EnBW in Forbach, direkt am Wehr entsteht ein Hydro-Fischlift. Ein zweiter solcher Aufzug für die schuppigen Wasserbewohner ist beim Wehr in Kirschbaumwasen im Bau.

"In Kirschbaumwasen ist die Endtiefe der Baugrubensohle bereits erreicht", berichtet Hannah Gruner vom EnBW-Projektteam. Im nächsten Schritt wird betoniert. Die ersten Teile des Fischlifts werden Mitte November geliefert, der zweite Teil der Lieferung erfolgt im Dezember. Dann werde die Anlage nach und nach installiert.

Rund zwölf Millionen Euro investiert

Am Niederdruckwerk in Forbach werden derzeit die erforderlichen Pfahllöcher gebohrt. Diese sind erforderlich für die Baugrubenumschließung und bilden später Teile der Kanalwand beim Fischlift. In Kirschbaumwasen ist man bereits weiter als gedacht. Bis Ende 2020 sollen beide Lifte errichtet sein. Rund zwölf Millionen Euro werden in die Fischdurchgängigkeit von dem Energieunternehmen investiert. Die Geräuschentwicklung direkt am Forbacher Wehr war auch Thema bei den Bürgergesprächen. Diese sei deutlich stärker als beim Bau des Pumpspeicherkraftwerks, weil die Baustelle näher an der Wohnbebauung liegt, verdeutlicht Gruner.

Kabine mit Lockströmung

Die Pfahlarbeiten seien mit Abstand der lauteste Teil des Baus. "Wir haben keine lange Dauerbelastung durch Lärm." Die Fischwanderhilfen sind ohne größere Eingriffe in die denkmalgeschützten Bauwerke realisierbar. Wegen enger Platzverhältnisse und schwankender Wasserstände sind klassische Fischtreppen nicht möglich, darüber hatte das Energieunternehmen bereits im Oktober 2016 die Bürger in der Forbacher Murghalle informiert.

Die Fische werden in eine Art Aufzugskabine geleitet. Diese gleitet in einem Schacht nach oben oder unten. Dazu ist eine Lockströmung erforderlich, die Mindestwasserabgabe soll auf 1,6 Kubikmeter pro Sekunde erhöht werden.

Zur Erzeugung der Energie für die Lockströmung ist eine Turbine vorgesehen, zu deren Betrieb eine Zuführungsrinne geplant ist. Hintergrund der Maßnahme: Die ökologische Durchgängigkeit der Murg muss gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie gewährleistet sein.

Der Fußgängersteg über die Wehranlage zwischen Eckstraße und Werkstraße ist für die zeit der Bauarbeiten gesperrt. Alternativ können Fußgänger die Holzbrücke benutzen. Wenn die Arbeiten planmäßig verlaufen, soll der Steg bis Anfang 2021 wieder für Fußgänger begehbar sein.

Foto: Mack

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