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Die Kaskaden bröckeln
Unübersehbar und immer größer sind die Schäden, die insbesondere bei Niedrigwasser zutage treten. Foto: Senger
30.06.2017 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Die Schäden werden immer schlimmer, die Kaskaden unterhalb des Murgsees bei der "Bananenbrücke" sind in einem schlechten Zustand. Immer mehr Steine brechen heraus, die Schadstellen werden immer größer. Doch eine Reparatur ist derzeit nicht vorgesehen. Weil - eigentlich - ohnehin Bauarbeiten anstehen: Die Stadtwerke wollen ein Wasserkraftwerk und einen Fischaufstieg bauen. In diesem Zuge sollen dann die Kaskaden ertüchtigt werden. Das Verfahren schleppt sich aber seit Jahren dahin.

"Wir warten täglich auf die entsprechende wasserrechtliche Genehmigung", sagt Paul Schreiner. Er ist der Leiter der Stadtwerke. Beim zuständigen Landratsamt gebe es möglicherweise Kapazitätsengpässe, vermutet Schreiner. An den Stadtwerken liege es nicht, dass das Verfahren seit Jahren nicht vorwärtskomme. Vor etwa einem Jahr habe es Rückfragen wegen des Projekts gegeben, diese seien aber beantwortet worden. Der Antrag auf eine wasserrechtliche Genehmigung war nach den Worten des Stadtwerke-Chefs am 7. Januar 2016 gestellt worden.

Das Landratsamt Rastatt hingegen betont: "Der Ball liegt beim Ingenieurbüro", das von den Stadtwerken mit dem Vorhaben beauftragt worden sei. Nicht zuletzt Fragen des Hochwasserschutzes seien zu klären, erläutert Sprecherin Gisela Merklinger: "Wenn diese Abstimmungen erfolgt sind, erwarten wir, dass wir ein vernünftiges Konzept haben, mit dem man ein wasserrechtliches Bewilligungsverfahren machen kann."

Neben Fischerei und Naturschutz seien es insbesondere die neuen Anforderungen, resultierend aus aktuellen Hochwasserdaten aus der Gefahrenkarte für Gaggenau. "Wir möchten sicher sein, dass das Vorhaben keine negativen Auswirkungen hat. Wenn alle Neuberechnungen vorliegen, kann das Verfahren fortgeführt werden" - mit Anhörung der Träger öffentlicher Belange und Offenlegung. Grundsätzlich stehe einer Bewilligung nichts im Wege.

"Ich habe mir den Gesamtablauf etwas euphorischer vorgestellt", unkte Paul Schreiner im Herbst 2016. Da waren es bereits fünf Jahre her, dass er das Projekt Wasserkraftwerk vorgestellt hatte. "Ende 2012, Anfang 2013", sollte mit dem Bau begonnen werden.

Strom für etwa 450 Haushalte

Das Kraftwerk soll etwa so leistungsstark sein wie die Einrichtung, die in Hörden im Oktober 2012 in Betrieb genommen wurde. Die Anlage soll "nicht konventioneller Natur" sein, sondern beweglich, mit einem überfluteten Krafthaus", hatte der Stadtwerke-Chef im Oktober 2011 dargelegt.

Rund 450 Haushalte könnten mit Strom versorgt werden. Maximal sechs Meter breit werde die Anlage, dazu ein Häuschen für die Technik. Auch ein Fischaufstieg ist geplant. Die Kaskaden werden um rund 70 Zentimeter erhöht. Mit dieser Erhöhung und dem damit verbundenen größeren Wasservolumen wird die Kapazität zur Stromerzeugung im Gegensatz zur früheren Planung um etwa ein Drittel erhöht. Die Baukosten hatte Schreiner vor fünf Jahren auf zwei Millionen Euro geschätzt. Der Gemeinderat hatte grundsätzlich das Vorhaben gebilligt.

In Gaggenau geht man derweil davon aus, dass auch das Jahr 2017 ins Land ziehen wird ohne einen Baubeginn. Bis dann tatsächlich Strom an dieser Stelle erzeugt werden kann, wird noch viel Wasser - ungenutzt - die Murg hinunter fließen. Und die Kaskaden werden weiter bröckeln.

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