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Messerattacke kein versuchter Mord
Messerattacke kein versuchter Mord
01.07.2017 - 00:00 Uhr
Gaggenau/Baden-Baden (stj) - Im Prozess gegen den Mann aus Gaggenau, der sich vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Baden-Baden wegen versuchten Mordes verantworten musste (wir berichteten), hat Richter Wolfgang Fischer gestern das Urteil gesprochen: Wegen gefährlicher Körperverletzung muss der 67-Jährige drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Damit blieb die Kammer deutlich unter den von Oberstaatsanwalt Michael Leber geforderten sieben Jahren Haft. Ausschlaggebend war die Feststellung des Gerichts, dass es sich bei der Messerattacke am 21. Dezember 2016 nicht um einen versuchten Mord gehandelt habe.

Der zum Tatzeitpunkt stark alkoholisierte Angeklagte (2,1 Promille) hatte seinem 51-Jährigen Nachbarn im Mehrfamilienhaus aufgelauert und unvermittelt mit einem Küchenmesser auf ihn eingestochen. 17 Verletzungen am Oberkörper - wenn auch keine lebensbedrohlichen - dokumentierten die Ärzte. Als der Angreifer von seinem Opfer abließ, habe es noch schützend seine Hand vor sich gehalten und um Hilfe geschrien. Juristisch handele es sich deshalb um einen unbeendeten Tötungsversuch, weil der Täter freiwillig aufgehört habe, sein Opfer zu malträtieren, fasste Fischer zusammen. Dennoch habe es sich natürlich um eine rücksichtslose, brutale Tatausführung gehandelt.

Zugunsten des Angeklagten wertete die Kammer die Tatsache, dass er strafrechtlich eine weiße Weste hatte und dem Opfer zur Wiedergutmachung 2000 Euro habe zukommen lassen. Außerdem müsse man aufgrund seines betrunkenen Zustands nach dem Konsum von circa einem Liter Glühwein am Vormittag von einem "erheblich eingeschränkten Steuerungsvermögen zur Tatzeit" gegen 12.20 Uhr ausgehen und auch das "zerrüttete Nachbarschaftsverhältnis" als Auslöser der Gewalttat in Betracht ziehen.

"In dubio pro reo gilt hier", erklärte der vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung und sprach von einer "täterfreundlichen Rechtsprechung". Augenzeugen für die Tat gibt es keine, und bei den Zeugenaussagen waren nicht alle Details in Einklang zu bringen. Unglaubwürdig sei laut Fischer die Einlassung der Verteidigung, der Angeklagte könne sich an die Tat nicht mehr erinnern. Angaben zum Geschehen rund um die Messerattacke schilderte der 67-Jährige nämlich. Dennoch gelte der Zweifelsgrundsatz: Wenn das Gericht nicht zu 100 Prozent davon überzeugt ist, dass es sich bei der Tat um einen Mordversuch handelte, kann der Angeklagte nicht dafür verurteilt werden, sondern "nur" für gefährliche Körperverletzung. Gegen das Urteil ist binnen einer Woche Revision möglich.

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