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Abschied von der Schule nach mehr als vier Jahrzehnten
Auch die Buben und Mädchen aus Sulzbach sagen ihrer Schulleiterin auf Wiedersehen. Christa Folter war seit 1983 in Sulzbach tätig. Foto: Vugrin
03.07.2017 - 00:00 Uhr
Von Christiane Vugrin

Gaggenau - Eine Bernsteinschule ohne Rektorin Christa Folter. Für viele unvorstellbar. Doch die Pfingstferien waren die letzten Ferien für die Vollblutlehrerin. Ab dem neuen Schuljahr geht es an der Sulzbacher Grundschule tatsächlich ohne Leiterin Folter weiter. Diese tritt nach 45 Jahren pädagogische Arbeit ihren Ruhestand an. Mit einer liebevoll gestalteten Feier und Überraschungsparty danach wurde sie am Freitagnachmittag in der örtlichen Turnhalle verabschiedet.

"Dies ist ein sehr persönlicher Einschnitt in meinem Leben, seit dem sechsten Lebensjahr ist das Schulhaus meine zweite Heimat", ergriff Christa Folter zum Ende selbst das Wort. Und bestätigte das, was ihr zuvor die vielen Redner attestiert hatten. Die Liebe zu ihrem Beruf, die Leidenschaft, mit dem sie diesen ausführte, waren der Antrieb für viele Jahre außerordentliches Engagement. Bis heute.

"Sie sehen sehr zufrieden aus nach 42 Jahren Lehrerin", stellte Anja Bauer fest. Die leitende Schulamtsdirektorin gab einen Einblick in den Lebenslauf der Rektorin. In Memmelsdorf in Bayern geboren absolvierte sie in Bamberg ihr Abitur. Nach dem Lehramtsstudium kam sie zuerst nach Bühl, bevor Sie im Jahr 1983 zur Grundschule nach Sulzbach wechselte. Ab 2004 übernahm die Klassenlehrerin zudem das Amt der Rektorin und entwickelte sich zum Allroundtalent.

"Um dies qualitativ zu tun, besuchte sie viele externe Fortbildungen", wies Bauer auf ihre Offenheit für Neuerungen hin. Christa Folter gab der Grundschule nicht nur einen Namen, sondern erarbeitete mit ihren Kolleginnen auch ein Leitbild. "Bewegte Schule: fit, gesund, gute Moral, kooperativ, musisch und sozial." "Respekt für diese sechs Ziele", meinte die Schulamtsdirektorin, "zu all diesen werden auch Projekte durchgeführt."

Christa Folter zeichne eine offene, sympathische, aber auch zupackende Art aus, "für sie stand stets die Schule an erster Stelle", erklärte Christof Florus. Mit viel Herzblut und Energie habe sie mit dem Schulchor zahlreiche Auftritte absolviert. Vieles sei dabei in der Freizeit geschehen. Ohne Rückhalt aus der Familie wäre so etwas nicht möglich. Auch Ehemann Walter Folter, selbst Lehrer, habe bei Krankheitsstand schon Vertretung geleistet, verriet der Oberbürgermeister.

"Kaum ein Vereinsfest in den vergangenen Jahren, an welchem der Schulchor nicht mit dabei war", erinnerte Ortsvorsteher Artur Haitz. Gottesdienste wurden gemeinsam gestaltet; auch die Sitzungen des Ortschaftsrats besuchte Christa Folter regelmäßig.

Als Geschenk gab es vom Ortschaftsrat einen Zuschuss für ein E-Bike. Nicht ganz ohne Hintergedanken: "Damit kommst du auch schnell nach Sulzbach gefahren", schmunzelte Haitz. Elan, Leidenschaft, Umsicht und stets gut gelaunt, so beschrieb die geschäftsführende Schulleiterin Barbara Fischer die Charaktereigenschaften ihrer Kollegin. Sie hatte als Abschiedsgeschenk einen Olivenbaum im Gepäck.

Der Elternbeiratsvorsitzende Kay Bornemann erheiterte mit einer originellen Geschichte aus seiner Grundschulzeit. Er habe einmal ein Lied vor der gesamten Klasse vorsingen müssen, um vom Lehrer zu erfahren, dass er nicht singen könne und fortan nie mehr mitsingen dürfe. "Dabei macht singen so viel Spaß, bei ihnen dürfen alle singen."

Auch die Fördervereinsvorsitzende Karin Schwetz-Malner verabschiedete sich sehr persönlich: "Wir danken dir für deine Liebe zum Beruf, für dich war der Wochentag nie entscheidend, deine Bereitschaft endete nie nach Schulschluss."

Treffende Verse für ihre Chefin trugen ihre Kolleginnen Andrea Brünle, Gudrun Föll und Angelika Klein vor. Die Grundschüler verabschiedeten sich zwischen den Wortbeiträgen auf ihre Weise: gesanglich, tänzerisch und schauspielerisch - mit vielen Säcken voll von guten Wünschen. "Ihr wart einfach spitze", folgte zum Abschluss auch gleich das Lob der sichtlich gerührten Rektorin.

Überraschungsfete im Vereinsheim

Nach der offiziellen Verabschiedung war noch lange nicht Schluss: Das Abschiedsgeschenk des Fördervereins war eine heimlich organisierte Überraschungsparty am Vereinsheim. Hier trafen sich zahlreiche ehemalige Eltern und Schüler, Vereinsvertreter und Ortschaftsräte, um - auch mit verschiedenen Auftritten - von ganzem Herzen Danke zu sagen. Nicht nur der Ehrenwalzer mit ihrem Ehemann Walter zu den Klängen des Musikvereins wird Christa Folter in Erinnerung bleiben.

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