http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Von einem Stein zum nächsten
Von einem Stein zum nächsten
05.07.2017 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gernsbach - Eins darf man Birgit Gerhard-Hentschel getrost zugestehen: Dass sie sich Gedanken gemacht hat über die Stadt, in der sie wohnt, und dass sie Ideen hat, wie man Verbesserungen erreichen könne - wenn sie denn als Bürgermeisterin gewählt werden würde. Am Sonntag, 9. Juli, sollen die Gernsbacher den Nachfolger von Dieter Knittel wählen, und Birgit Gerhard-Hentschel gehört zu den fünf Bewerbern. Am Montagabend eröffnete sie die Reihe ihrer Bürgergespräche im Altstadt-Restaurant "Brüderlin".

Sie arbeitet als Anwältin in Baden-Baden, ist Vorsitzende des Grünen-Kreisverbands Baden-Baden-Rastatt. Wenn sie anfängt zu reden, dann plätschert es wie ein munteres Bächlein, von denen es in Gernsbachs Seitentälchen viele gibt. Wie ein solches ist sie kaum zu bremsen. "Ich weiß, dass ich oft zu schnell rede", sagt sie augenzwinkernd im Gespräch. Ein Vortrag von ihr, das ist ein bisschen wie Hüpfen von einem Bachbettstein zum anderen. Das versteht sie meisterhaft, sie kann von einem Thema zum nächsten springen - und dabei rutscht sie auch nie aus, sondern landet sicher: Sie dürfte sogar ein bisschen stehen bleiben, sprich: bei dem einen oder anderen Thema in die Tiefe gehen, doch schon hüpft sie weiter. Nach einem viertelstündigen Parforce-Hüpfen durch die Gernsbacher Kommunalpolitik bittet sie um Wortbeiträge aus dem Kreis der sieben Zuhörer, die an diesem Abend ins Nebenzimmer des "Brüderlin" gekommen sind.

Auch diese sprudeln, es sind die Themen, die immer wieder die Gazetten füllen: Schwimmbäder, leerstehende Gebäude, bezahlbare Bauplätze, Brückenmühle, Gleisle-Areal, Pfleiderer. Es ist eine muntere Diskussion, die sich in der nächsten Dreiviertelstunde entwickelt. Das liegt auch an den sieben Bürgern, die sich als informierte Gernsbacher erweisen. "Das ist kein Zustand", sagt die Kandidatin zur Brückenmühle. Der Stillstand bei diesem zentralen Gebäude sei offensichtlich, und die Anwesenden beklagen, dass sie nicht über den aktuellen Sachstand Bescheid wüssten.

Thema Parkplätze: Die Anwohner "wissen nicht, wo sie ihr Auto hinstellen sollen, fahren im Kreis herum. Sämtliche Leute in der Familie haben schon Strafzettel bekommen", klagt eine Altstadtbewohnerin. In anderen Städten könne man zumindest im nahen Umfeld parken. "Es steht und fällt in Gernsbach mit den Parkplätzen", bilanziert sie. Gerhard-Hentschel hat bei diesem Thema einen "Traum", wie sie es nennt: ein Parkplatz auf einem Teil des Pfleiderer-Areals, von dort aus eine Brücke in die Altstadt. "Allein der optische Eindruck bei der Einfahrt in die Stadt ist eine Katastrophe", sagt einer der Anwesenden. Nun ist die Optik gewiss nicht das größte Problem an dieser Stelle, macht Gerhard-Hentschel deutlich, "aber so wie es ist, kann es nicht bleiben". Es gebe doch viele kreative Ideen, auch für die Altstadt, "die so vor sich hinplätschert".

Schön gestalten, dass es attraktiv wird, in die Altstadt zu gehen, auch in Zeiten des Internet-Handels, das ist die Intention. Aber wie? Die Altstadt dürfe nicht nach und nach "alles Mögliche" beherbergen, "sondern das, was zu uns passt". So müsste die "Schülerhilfe" nicht zwingend am Stadtbuckel sein, das ist nicht das, was sie unter "Bereicherung" versteht. Aber - die Leerstände: Die Inhaber anhören möchte sie - und überlegen, was machbar ist und auch Tourismus voranbringt: "Wir brauchen ein Alleinstellungsmerkmal." Für Familien biete die Stadt ohnehin zu wenig, "wenn ich mir Spiel- und Skaterplätze ansehe, muss ich sagen: Kinder stehen bei uns in Gernsbach nicht an erster Stelle." Die Stadt sei eine reine Autostadt. An Fußgänger und Radfahrer, auch auf Schulwegen, werde nicht gedacht, dabei gebe es noch Fördermittel des Landes. "Ich halte jedes Mal die Luft an, wenn ich mit meinem Sohn dort Fahrrad fahre", sagt sie über die Obertsroter Landstraße, "denn da ist kein Mensch mit Tempo 50 unterwegs".

Viele Probleme, Hoffen auf Besserung: Das passende Schlusswort des Abends kommt von einer Bürgerin: "Im Prinzip ist es hier genial."

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Bühl
--mediatextglobal-- Gerade noch rechtzeitig: Moritz Keller (rechts) grätscht Oberacherns Nico Huber den Ball vom Fuß. Bühlertals Keeper Christian Gudera muss nicht eingreifen.  Foto: toto

31.07.2017 - 00:00 Uhr
Pokal: Bühl wirft Kehler FV raus
Bühl (red) - Bühls Trainer Alexander Hassenstein hatte Grund zur Freude: Der VfB gewann in der ersten Runde des SBFV-Pokals gegen seinen Ex-Verein Kehler FV mit 1:0. Oberachern setzte sich gegen Bühlertal durch, der Rastatter SC/DJK blamierte sich in Oberschopfheim (Foto: toto). »-Mehr
Salzburg
Oper, radikal und interkulturell

29.07.2017 - 00:00 Uhr
Mozarts "Tito" ein voller Erfolg
Salzburg (red) - Zuerst gab es Mozarts " Clemenza di Tito" am Festspielhaus Baden-Baden, dann am Karlsruher Staatstheater und jetzt bei den Salzburger Festspielen: Unter der Regie von Peter Sellars und dirigiert von Teodor Currentzis war die Premiere dort ein Sensationserfolg (Foto: dpa). »-Mehr
Ötigheim
--mediatextglobal-- Ringübergabe: Mit Feuereifer sind die kleinen Sportler beim Staffellauf dabei. Foto: rawo

27.07.2017 - 00:00 Uhr
Spaß steht im Vordergrund
Ötigheim (red) - Beim zweiten Kinderleichtathletik-Cup des Kreises Rastatt/Baden-Baden/Bühl in Ötigheim stand der Spaß im Vordergrund und nicht die Zeiten oder Weiten. In den Altersklassen U8, U10 und U12 waren insgesamt 21 gemischte Mannschaften am Start (Foto: rawo). »-Mehr
Baden-Baden
--mediatextglobal-- Mauersegler brüten oft in Gemäuern. Foto: dpa

25.07.2017 - 00:00 Uhr
Bedrohung für Mauersegler?
Baden-Baden (fk) - Sanierungskonzepte wie das in der südlichen Neustadt in Baden-Baden sollen Stadtbild und Lebensqualität verbessern, doch nicht alle können dem nur Positives abgewinnen. In diesem Fall fürchten Naturschützer um den Lebensraum für die Mauersegler (Foto: dpa). »-Mehr
Forbach
--mediatextglobal-- Erfolgreiche Muskelmänner aus dem Murgtal: Die deutschen Meister des TV Langenbrand.  Foto: Vogt

21.07.2017 - 00:00 Uhr
TV Langenbrand räumt bei DM ab
Forbach (red) - Äußerst erfolgreich verliefen die deutschen Meisterschaften der Rasenkraftsportler für die Athleten des TV Langenbrand. Neben vier Meistertitel und zwei Silbermedaillen sicherte sich der TVL auch im Teamwettbewerb souverän den Platz an der Sonne (Foto: kv). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Grundschüler in Nord- und Westdeutschland duzen ihre Lehrer einer Studie zufolge häufiger als im Süden und im Osten. Duzen oder Siezen - was finden Sie besser?

Duzen
Siezen
Ist mir egal.

Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen