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"Das spricht für die Attraktivität der Stadt Gernsbach"
Die denkmalgerechte Sanierung des ehemaligen Bürogebäudes von Katz & Klumpp Gernsbach (hier ein Blick ins Treppenhaus) schreitet voran. Foto: Froese
10.07.2017 - 00:00 Uhr
Gernsbach (wof) - Noch sieht es aus wie auf einer Baustelle, aber bereits ab Oktober werden voraussichtlich die ersten Bewohner in das denkmalgeschützte ehemalige Verwaltungsgebäude von Katz & Klumpp an der Bleichstraße einziehen. Auch das neue, nicht mehr staatliche Notariat für das Murgtal wird ab dem 1. Januar 2018 hier seinen Sitz haben.

Ein "Bemusterungstermin", bei dem die neuen Wohnungseigentümer Gelegenheit erhielten, Teile der Inneneinrichtung selbst auszuwählen, war Anlass, am Samstagnachmittag über den Stand der Sanierungsarbeiten zu unterrichten.

Die zwischen 1880 und 1906 errichteten Bauten an der Bleichstraße 31 bis 35 dienten zum Teil einst als Wohnung für Gernsbachs ersten Ehrenbürger (zusammen mit Gottlieb Klumpp) Casimir Otto Katz, seine Frau Johanna und ihre Kinder. Vor allem aber waren sie später ausschließlich Verwaltungssitz der Firma Katz& Klumpp beziehungsweise dann der Katz Werke AG. Nicht zuletzt als "Villa Mausefalle" ist der Gebäudekomplex ein wesentlicher Schauplatz des vom ZDF verfilmten Romans "Die Holzbarone".

Bei der Besichtigung am Samstag fielen im Innern der Gebäude unter anderem noch Kabeltrommeln, gelagerte Heizkörper, unverputzte Rohrleitungen und jede Menge Baumaterial ins Auge. In einigen Zimmern fehlt noch der Estrich.

Kein Grund zur Unruhe, versicherte im BT-Gespräch Bernd Frank von der Baden-Badener Firma "Stenner& Frank", die das Projekt entwickelt und vermarktet: "Wir sind voll im Zeit- und Kostenplan." Innerhalb nur eines halben Jahres seien sämtliche 14 Wohnungen und die Büroeinheit verkauft worden. "Das spricht für die Attraktivität der Stadt Gernsbach", meinte Frank.

Auf der Homepage der Firma wird der Wert des Objekts auf rund drei Millionen Euro taxiert und der Sanierungsaufwand mit rund 1,7 Millionen Euro beziffert. Der Löwenanteil entfällt dabei auf "denkmalschutzrelevante Kosten", die steuerlich besondere Berücksichtigung finden.

Die Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt bezeichnete Frank als sehr kooperativ: "Wir haben für jedes Problem eine Lösung gefunden, mit denen beide Seiten leben können." Als Beispiel nannte er den Einbau von Schallschutzfenstern an der Bleichstraße. Im Gegenzug sei die Fassade so aufbereitet worden, dass sie dem ursprünglichen Aussehen wieder entspreche. Besonders stolz ist Frank auf den Erhalt des Hauses Bleichstraße 35, das bereits zum Abriss freigegeben war. Auch hier wurde die Straßenseite wieder in den Originalzustand versetzt, während die Denkmalbehörde kleine Balkone auf der Innenseite zugestand.

Das repräsentative Treppenhaus im Gebäude Bleichstraße 31 bildet künftig das Entree für das freiberufliche Notariat, das Dr. Kevin Kosche zum 1. Januar eröffnet. Es löst das bisherige Amtsnotariat beim Amtsgericht in der Hauptstraße ab. Auch hier, so Frank, wurde Wert auf denkmalschutzgetreue Details gelegt. So bleibe die Holzvertäfelung erhalten und werde der Kronleuchter neu installiert.

Im Garten zur Murgseite hin ist auf 50 Quadratmetern ein kleiner Spielplatz für die künftigen jüngsten Bewohner vorgesehen. Die im Norden angrenzende ehemalige Lagerhalle wird derzeit in eine Parkgarage mit zwölf Stellplätzen umgewandelt."Es ist ein Heidenaufwand, aber es macht Spaß", beschreibt Frank seine Tätigkeit. Mehr als ein Dutzend denkmalgeschützte Gebäude habe er mit seiner Firma bereits saniert, das Objekt in der Bleichstraße sei eines der größten davon.

Als "größte Hürde" für die Sanierung entpuppte sich unerwartet der vorbeiziehende Kanal, der zur Elektrizitätsgewinnung genutzt wird, denn es gab massive Feuchtigkeitsprobleme. Der Wasserkraftwerksbetreiber ließ vorletzte Woche das Wasser ab, so dass die undichten Stellen abgedichtet werden konnten. "Problem gelöst", vermerkte Frank dem BT kurz und knapp.

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