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Stadt will auf Bedarf reagieren
13.07.2017 - 00:00 Uhr
Von Elke Rohwer

Gaggenau - "Die Bestattungskultur hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Deshalb ist es sinnvoll, sich mit der Umgestaltung des Bad Rotenfelser Friedhofs zu befassen", sagte Albert Kamm am Dienstagabend. Mit Unterstützung durch den Vorsitzenden des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins, Jürgen Maier-Born, hatte Kamm ein entsprechendes Konzept erarbeitet, das er den rund 25 Bürgern vor Ort vorstellte. Nicht nur für Bad Rotenfels ist der Friedhof zwischen Murg und Kraftwerkskanal inzwischen von Bedeutung.

Albert Kamm ist Inhaber der an den Friedhof angrenzenden Gärtnerei. "Die Umgestaltung des Friedhofs ist ein Prozess, der sich zum Teil erst in 20 bis 25 Jahren vollständig umsetzen lässt. Doch wenn wir nicht früh die Weichen entsprechend stellen, kann das Konzept nicht realisiert werden", betonte Kamm. Um das Vorhaben nachvollziehen zu können, muss zwischen den Grab-Arten unterschieden werden:

Reihengrab: Hier gibt die Stadtverwaltung den Angehörigen die Lage vor. Diese Gräber werden der Reihe nach belegt. Nach Ablauf der Ruhefrist wird die Grabstätte eingeebnet.

Wahlgrab: Hier entscheiden die Angehörigen die Lage. Nach der Ruhefrist kann das Grab für jeweils fünf Jahre verlängert werden.

"Bisher hatten wir eine große Nachfrage an Sarggräbern. Heute geht der Trend in Richtung Urnenbestattung", erklärte Kamm. Somit liegt der Gedanke nahe, die Grabfelder neu zu organisieren. Und auch die Frage, in welchen Bereichen man noch Wahlgräber anbietet und in welchen Bereichen Wahlgräber nachbelegt werden, sei entscheidend für das Vorhaben, den Friedhof neu zu ordnen. "Das ist ein emotionales Thema, über das der Gemeinderat in eine der nächsten öffentlichen Sitzungen entscheiden muss", sagte Bürgermeister Michael Pfeiffer und merkte an, dass im Haushalt 2017/18 Geld für erste Maßnahmen zur Verfügung stehe.

Durch das Friedhofkonzept soll ein zeitgemäßes Bestattungsangebot ermöglicht werden. Die Freiflächen könnten so gestaltet werden, dass sie eine rationelle Pflege ermöglichen. Gleichzeitig soll der Friedhof als Park wahrgenommen werden, als ein Platz für die Lebenden, nicht nur der Toten.

Um die Ansätze zu erläutern, nahm Albert Kamm die Gruppe mit auf einen Gang über den Friedhof:

"Säulengarten" mit Goldbuchen in der Nähe des E-Werks (murgabwärts, an der Spitze des Friedhofs, Feld 10 und 15). Insgesamt soll dort Platz geschaffen werden für 108 Urnenwahlgrabstätten, die für bis zu 432 Urnen ausgelegt sind.

Bepflanzte Grabrondelle mit Urnenwahlgräbern in Feld 3, zwischen dem großen Jesus-Kreuz und dem Brunnen.

"Mediterrane Bepflanzung" bei den Urnenrasengräbern im Feld 13, direkt am Kanal.

"Platz der Kommunikation" im Bereich zwischen Kapelle und Brunnen, dies wäre eines der größten Projekte. Wo sich derzeit noch zwei Grünflächen befinden, sieht Kamm einen zentralen Platz mit einem Brunnen, kreuzförmig angelegten Wegen, Sitzbänken, einer schattenspendenen Lindenallee, umrahmt von einem Grüngürtel. Denkbar wäre es, die Linden auch für Baumbestattungen zu nutzen. Pfeiffer begrüßte den Ansatz. "Derzeit gibt es auf dem Friedhof noch zwei verfügbare Bäume, die für diese Bestattungsform vorgesehen sind."

"Heidegarten": Das Konzept sieht vor, die stattliche Kiefer zu erhalten und sie in einen Heidegarten zu integrieren. Unangetastet bleiben soll der älteste Teil des Friedhofs (Feld 1), rechts vom Haupteingang.

"Weg der Erinnerung": Die Denkmäler der Kriege 1870/71, 1914-18 und 1939-45 sollen in einer zusammenhängenden Anlage verortet werden Hier könnte man einen "Weg der Erinnerung" schaffen, der auch für Schulklassen von Interesse sein könnte, so ein weiterer Vorschlag.

"Gärtnerbetreutes Grabfeld" Auf der Rasenfläche im Eingangsbereich stellt sich Kamm ein "Gärtnerbetreutes Grabfeld" vor.

Unter anderem entschieden werden muss, ob im Feld 20, nahe dem ebenfalls neu zu gestaltenden Containerplatz, eine Neubelegung bestehender Gräber sinnvoll ist oder ob das Areal langfristig ausschließlich für Reihengräber genutzt wird.

Seitens der Bürger wurden befestigte und ebene Wege, mehr Sitzbänke sowie Mülleimer angeregt.

Das Friedhofskonzept wird am Montag, 18. September, im Gemeinderat behandelt.

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