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Rente als ein wesentliches Thema
Moderatorin Claudia Peter (von links), Kai Whittaker (CDU), Gabriele Katzmarek (SPD), Rolf Pilarski (FDP), Norbert Masson (Die Linke), Manuel Hummel (Grüne) , Joachim Kuhs (AfD). Foto: Gareus-Kugel
14.07.2017 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gaggenau - Positionen waren am Mittwochnachmittag gefragt. Die IG Metall Gaggenau lud die Kandidaten der Parteien aus dem Wahlkreis Rastatt ein, die aus heutiger Sicht bei der nächsten Bundestagswahl die Fünfprozenthürde schaffen können. Die Resonanz an der Gesprächsrunde im Unimog Museum war groß. Zudem wurde die Möglichkeit, Fragen zu stellen reichlich genutzt. Auch die Zuhörer wurden einbezogen: Sie konnten sich für oder gegen eine Aussage aussprechen.

"Politik war schon lange nicht mehr so spannend wie derzeit", begrüßte Heiko Maßfeller, der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, die Besucher. Diese mussten auch während der rund zweistündigen Gesprächsrunde nicht auf Spannung verzichten, wenngleich die Parteiprogramme zu bestimmten Themen oft nahe beieinander liegen. Claudia Peter, die erste Bevollmächtigte, moderierte die Diskussionsrunde.

Ihren Fragen und denen der Besucher stellten sich Kai Whittaker (MdB, CDU), Gabriele Katzmarek (MdB, SPD), Manuel Hummel (Bündnis 90/ Die Grünen), Norbert Masson (Die Linke), Rolf Pilarski (FDP) und Joachim Kuhs (AfD). Die Platzierungen der Bundestagskandidaten an den Stehtischen im vorderen Teil des Saals entsprachen der Reihenfolge der letzten Meinungsumfrage aus Allensbach.

Auf der Fragenliste standen "Sichere und gute Beschäftigung", die Stärkung der Normalarbeitsverhältnisse, selbstbestimmtes Arbeiten, das Recht auf Grenzen der Arbeit und - was die Gewerkschafter besonders interessierte - "Mitbestimmung und Tarifautonomie". Jeder der Befragten hatte auf eine dazu speziell gestellte Frage zu antworten.

Die Leiharbeit bietet laut Kai Whittaker immer noch ein wichtiges Stück an Flexibilität in der Arbeitswelt und sei eine Brücke in erste Beschäftigungsverhältnisse. Gabriele Katzmarek plädierte für mehr Mitbestimmung in den Betrieben, wenn es um Leiharbeiter gehe. Wege aus der Schichtarbeit, die wenig gesundheitsfördernd ist, gelte es zu finden, meinte Norbert Masson. Manuel Hummel brachte eine flexiblere Gestaltung des Arbeitszeitkorridors ausschließlich für Arbeitnehmer ins Gespräch. Grenzen sind in der Arbeitswelt dort zu setzen, wo es um die Arbeitnehmerzufriedenheit, Familie und Gesundheit geht, äußerte Rolf Pilarski. Auf die lebhafte Gewerkschaftskultur in Deutschland, die es zu unterstützen gelte, verwies Joachim Kuhs.

Im zweiten Themenblock widmete man sich "Industrie 4.0" und "Zukunft Auto", der Beschäftigungssicherung im Rahmen des Strukturwandels und der Chancengleichheit. Gabriele Katzmarek: Zu stärken sei die Duale Ausbildung. Den Meisterbrief zurückholen (wie auch den Diplomingenieur) will Joachim Kuhs. Man müsse sich stärker als bisher auf Bildung konzentrieren, meinte Rolf Pilarski. Der Verbrennungsmotor habe keine Zukunft über 2030 hinaus, sagte Manuel Hummel auch gegen Proteste aus dem Saal. Den "sozial schädlichen Industrien" (zum Beispiel Rüstung) und deren Abbau widmete sich Norbert Masson. Die Qualifizierung vor allem älterer Mitarbeiter in den Firmen hatte Kai Whittaker im Blick.

So richtig in Gang kam die Diskussion bei Fragen zur sozialen Sicherheit mit dem Schwerpunkt Rente und den Leitgedanken Bürgerversicherung, Absicherung des Rentenniveaus sowie der paritätischen Finanzierung der Sozialversicherung.

Ein Punkt beschäftigte die Fragerunde dabei besonders: Wie soll jemand von 42 Prozent seines früheren Nettogehalts im Alter leben können? Auch auf diesem Gebiet wurden die unterschiedlichen Positionen der jeweiligen Partei durch die Kandidaten deutlich gemacht. Auch eine mögliche Einbeziehung von Selbstständigen und Beamten in das Sozialversicherungssystem war im Gespräch. Ein Fragesteller aus dem Publikum brachte es abschließend auf den Punkt: Er führte aus, dass mit einer weiteren Absenkung des Rentenniveaus den Rentnern zunehmend die Wirtschaftskraft fehlen werde. "Wenn wir so weiter machen: Wer kauft dann meine Autos, die ich baue?"

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