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Jugendhaus: Nutzer weisen Vorwürfe zurück
Umstritten: Das Gernsbacher Jugendhaus beim Bahnhof in der Schwarzwaldstraße. Foto: Juch
15.07.2017 - 00:00 Uhr
Gernsbach (red) - Als eine Vertreterin des 8er-Rats, der sich für die Belange der jungen Generation einsetzt, im Gemeinderat über die Zustände des Jugendhauses berichtete, waren die Kommunalpolitiker teilweise schockiert. Unter anderem war von Drogenproblemen und unhygienischen Zuständen die Rede (wir berichteten). In einem offenen Brief weisen elf regelmäßige Besucher des Jugendhauses diese Vorwürfe nun als unberechtigt zurück.

"Wir Jugendlichen fühlen uns besonders durch die Behauptung , es gebe Drogenprobleme am Jugendhaus, sehr angegriffen und können allesamt bezeugen, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Die Aussagen (...) schädigen nicht nur den Ruf des Jugendhauses, sondern auch den Ruf von uns. Wir fragen uns, wie ein Gremium, das diese Einrichtung noch nie besucht hat, so etwas behaupten kann, oder woher der 8er-Rat wissen will, dass die Regeln kaum beachtet werden. Dies stimmt ganz und gar nicht, denn es gibt eine Hausordnung, die von uns auch beachtet wird, weil sonst Gespräche und notfalls auch Konsequenzen bis hin zu einem zeitweisen Hausverbot folgen."

In der Hausordnung sei zum Beispiel geregelt, "dass im Haus Alkohol, Rauchen und selbstverständlich auch illegale Drogen streng verboten sind, woran wir uns alle halten". Auf dem Gelände des Jugendhauses gelte das Jugendschutzgesetz, das heißt Bier oder Wein in Maßen sind ab 16 Jahren erlaubt, harter Alkohol ist generell verboten - auch für Volljährige. "Wie man sieht, sind manche Regeln des Jugendhauses sogar strenger als das Jugendschutzgesetz", betonen die jungen Leute in ihrem Brief und setzen sich für den Erhalt des Jugendhauses ein: "Dass der 8er-Rat sogar vorschlägt, es abzureißen, können wir überhaupt nicht verstehen, denn es ist für uns ein Ort, an dem wir uns wohlfühlen und unsere Freunde treffen können. Da es direkt am Bahnhof ist, können wir es gut mit der Stadtbahn erreichen - auch dann, wenn wir weiter weg wohnen. Die Einrichtung (Sofas, Couchtische, Kicker, Billard, Tischtennisplatte und so weiter) finden wir jugendgerecht und gemütlich zum Chillen. Es gibt verschiedene Räume, so dass es möglich ist, sich auch einmal zurückzuziehen, wenn man dies möchte. Unsere Betreuer haben immer ein offenes Ohr für uns und achten zum Beispiel auch darauf, dass niemand beschimpft oder beleidigt wird. Zum Vorwurf, das Kinder- und Jugendhaus sei ein schlechtes Vorbild für Kinder, ist zu sagen, dass es für Kinder (montags) und Jugendliche (dienstags, donnerstags, freitags) jeweils eigene Öffnungszeiten gibt. Während der offene Treff für Kinder ist, sind also gar keine Jugendlichen im Haus. Wie können sie also ein schlechtes Vorbild für die Kinder sein?" Abschließend verweisen die Besucher des Jugendhauses darauf, dass sie die schweren Anschuldigungen des 8er-Rats als polemische Stimmungsmache gegen das Jugendhaus empfinden.

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