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Wann wird die Menschheit endlich lernen?
Pfarrer Thomas Holler weiht das Ehrenmal auf dem umgestalteten Gausbacher Kirchenvorplatz.  Foto: Vogt
18.07.2017 - 00:00 Uhr
Forbach (kv) - In neuem Glanz präsentiert sich das Umfeld der Gausbacher Kirche zur Feier des Namenspatrons, des seligen Bernhard von Baden. Der Zugang zum Erdgeschoss der Kirche ist bereits barrierefrei durch eine Rampe möglich. Im Herbst werden die Arbeiten für einen Aufzug fertig sein, der dann den Zugang zur Kirche im Obergeschoss auch für gehbehinderte Gläubige möglich macht. Mit einem kleinen Festakt wurde der neu gestaltete Vorplatz eingeweiht und das Ehrenmal, das an die Toten der beiden Weltkriege erinnert, wieder geweiht.

Ist das noch zeitgemäß, über 70 Jahre nach Kriegsende ein Ehrenmal wieder neu in den Mittelpunkt zu rücken? Jeder, der den Gottesdienst und die anschließende Feierstunde besuchte, würde dieses mit Nachdruck bejahen.

Sowohl in der Predigt von Pfarrer Thomas Holler als auch in den Ansprachen am Ehrenmal wurde deutlich: Ein Denkmal soll zum Nachdenken anregen, zum Innehalten und Rückbesinnen, warum Kriege und Gewalt in der Vergangenheit und aktuell immer noch für Kummer, Leid und schreckliches Elend sorgen.

"Wann wird die Menschheit endlich aus der Geschichte lernen?" appellierte Pfarrer Thomas Holler in seiner leidenschaftlichen Predigt für Frieden und Humanität. "Jede Entscheidung heißt auch Wahl zwischen Gut und Böse. Konflikte schaukeln sich auf, immer höher und höher und am Ende bleiben immer Scherben."

Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet vom Kirchenchor Forbach-Gausbach mit modernen Gospeladaptionen unter der Gesamtleitung von Lenchen Kneisch, an der Orgel Claudia Mnich. Außerdem wirkten Michael Wörner (Saxophon- und Klarinette) und Katharina Vogt (Gesang) mit.

Die Prozession der beiden Zelebranten Pfarrer Holler und Pater Fidelis durch den Ort wurde begleitet vom Musikverein "Freudenklänge" Gausbach. Die Kapelle unter Leitung von Tibor Szegedi übernahm auch nach der Feierstunde die Umrahmung während des Mittagstischs auf dem Kirchenvorplatz neben dem von der Frauengemeinschaft gestalteten Blumenteppich.

Herzensangelegenheit der Bürger

"Viele Jahre haben wir den Wunsch nach der Renovierung des Ehrenmals nach Forbach getragen", blickte Ortsvorsteher Achim Rietz zurück. Bürgermeisterin Katrin Buhrke wusste um die "Herzensangelegenheit der Gausbacher Bürger".

1967 habe Karl Reif das Ehrenmal gespendet, das aus einem Granitfelsen aus dem "Gausbacher Bruch" gehauen sei. Das Ehrenmal mache deutlich, dass "Worte wie Friede, Freiheit und Demokratie auch heute alles andere als selbstverständlich sind." Klaus Mungenast, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach, erinnerte an den "Handschlagvertrag" der Ehrenbürger Pfarrer Machleit, Bürgermeister Egidius Striebich und Karl Reif, die vereinbart hatten, das Ehrenmal auf dem Kirchenvorplatz aufstellen zu lassen. "Die Sanierung war nur mit dem Dorfsanierungsprogramm möglich, mit dem in Gausbach viele schöne Plätze geschaffen und auch private Investitionen möglich gemacht wurden." Er bat die Anwesenden um kräftige Spenden zugunsten von Pater Fidelis, der in Togo weitere Brunnen und Solar-Anlagen plant, damit die aufgeforsteten Bäume nicht für Feuerholz gefällt werden. Sein Namensvetter, Architekt Klaus Mungenast, dankte allen, die an dem Projekt beteiligt waren. Er hoffe, dass die Baumaßnahme, die neben dem Kirchenvorplatz auch neue Parkplätze und eine Aufwertung der Schulstraße einschließt, ein Gewinn sein werde.

Mit einem Gebet um Frieden und dem "Großer Gott, wir loben dich" übergab Pfarrer Holler den Platz und das Ehrenmal seiner Bestimmung, verbunden mit dem Wunsch, dass das Denkmal nicht nur ein Mahnmal sein solle, sondern ein steinernes Gebet auf dem Weg zum Frieden.

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