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Mitreißend inszenierte Zeitreise durch 125 Jahre
16.10.2017 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - "Begeistert" und "sprachlos" zeigte sich Ortsvorsteher Walter Schmeiser schon vor der Pause. Da lag nach rund zweieinhalb Stunden erst die Hälfte der "Memories" des Musikvereins Obertsrot hinter den Zuschauern in der ausverkauften Ebersteinhalle. Sie sind von den Akteuren des Jubiläumsvereins mitgenommen worden auf eine bildlich und musikalisch mitreißend inszenierte Zeitreise durch die vergangenen 125 Jahre.

Los ging es auf dem großen Bildschirm mit einer Szene, in der sich die Kapelle in der Umkleide auf einen Auftritt vorbereitete - und feststellte, dass mehrere Akteure fehlten. Nervosität machte sich breit beim Dirigenten Matthias Oefler. Während Hunderte Leute in der Ebersteinhalle warteten, war Vorsitzender Otto Schreiber auf Motorradtour, Joachim Fortenbacher beim Joggen und Thorsten Klumpp mit Heinrich Götz beim Holzmachen. Sie alle gehören quasi zum Inventar des Musikvereins und zeigten am Samstagabend in mehrerlei Hinsicht ihr Können.

Charmant begrüßten nach diesem ersten lustigen Einspieler die Moderatoren Stefanie Schreiber und Nico Fatebene die Gäste und kündigten eine "unglaubliche Zeitreise" durch die Geschichte des MVO an. "Musik besitzt hier in Obertsrot einen sehr hohen Stellenwert", stellten die beiden fest und verwiesen darauf, dass die Karten für den Jubiläumsabend binnen weniger Stunden vergriffen waren. Was den Verein auszeichnet, wurde fortan in einer knapp fünfstündigen Show auf die Bühne beziehungsweise auf die Leinwand gezaubert. Die Livemusik wurde immer wieder von Filmsequenzen unterbrochen, die eindrucksvolle Bilder von Obertsrot und aus dem Vereinsgeschehen zeigten. Außerdem begleitete die Kamera fünf Mitglieder bei ihrer Suche nach der perfekten Uniform - stilecht führte Andreas Hasenohr alias Guido Maria Kretschmer durch die Sendung "Shopping-Queen".

Für Abwechslung sorgte zudem das Interview-Sofa, auf dem mehrere Gäste Platz nahmen, die mit dem MVO etwas verbindet und die von Stefanie Schreiber und Nico Fatebene befragt wurden. So zum Beispiel die Gesangspädagogin Anja Schlenker-Rapke oder die frühere Rektorin der Grundschule Hilpertsau, Brigitte Seiser. Sie hatte eigens für den Jubiläumsabend einen Grundschulchor ins Leben gerufen, der mit einigen fulminanten Gesangseinlagen auftrumpfte. "Ein Leben ohne Musik ist nicht vorstellbar", betonte Seiser. Sie nannte den Kontakt zum Musikverein "ein Schlüsselerlebnis" ihrer Lehrerinnen-Laufbahn. Viele frühere Schüler sah sie nun auf der Bühne wieder. "Das ist natürlich eine große Freude."

Als Sänger bereicherten die Musikkapelle Susanne Siegel, Max Kottler, Julia Graf, Sharon Faller und Karl-Heinz Kottler. Clemens Schlager, einer der jüngsten im Verein, spielte ein Amboss-Hammer-Solo und die Frauengemeinschaft Obertsrot-Hilpertsau zeigte einen feschen Tanz, während sich starke Männer aus dem Publikum im Maßkrugstemmen beweisen mussten. Bürgermeister Julian Christ und Ortsvorsteher Walter Schmeiser legten ein Duett an der Säge hin und waren im Gespräch mit den Moderatoren voll des Lobes für den Musikverein. Dieser schaffe es, Tradition und Moderne auf vorzügliche Weise zu verbinden, betonte Christ. Musikalisch erinnerte der Verein an vergangene Auftritte wie die Kindermusicals "Max, der Regenbogenritter" oder "Welt weit weg".

Dass der ganze Jubelabend, für den es mehrfach stehende Ovationen der Zuschauer gab, festgehalten wurde, dafür sorgte die Film-Crew um Nico Fatebene, Felix Spissinger, Markus Maul, Joshua Peter, Johannes Weßbecher und Tobias Fritz. Für Licht und Sound waren Markus und Thomas Götz verantwortlich.

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