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"Riesenerlebnis" trotz des Wetters
Auf etwa halber Strecke erreichten die Schüler das Würzjoch und den Peitlerkofel (im Hintergrund).  Foto: Thomas Reiß
19.10.2017 - 00:00 Uhr
Von Ronja Schrimpf

Gaggenau - Zwei Tage Dauerregen, starker Schneefall in der Höhe und eisige Kälte: Dies scheinen nicht die besten Voraussetzungen für eine transalpine Tour mit dem Mountainbike zu sein. Trotzdem wagten acht Schüler des Goethe-Gymnasiums diese Herausforderung.

Knapp 8000 Höhenmeter und 380 Kilometer maß die Studienfahrt der Gaggenauer im Rahmen des Seminarkurses "Transalp". Unter der Leitung der Lehrer Thomas Reiß und Uwe Noll bereiteten sich acht Schüler ein Jahr lang auf die große Tour im September vor. In sechs Tagen schafften sie die Strecke von Lenggries in Bayern bis zum Lago di Caldonazzo, einem See in Norditalien. So blieb am siebten Tag ausreichend Zeit für Entspannung und eine kleine Ausflugsfahrt am See. Die Mountainbike-Tour fuhren die acht Schüler Jannis Kühn, Luis Morgenstern, Marvin Rieger, Miron Fritz, Kilian Schuster, Timo Trust, Fabian Rickers und Max Herbst. Einer musste von den Eltern abgeholt werden, weil er krank wurde.

Der Seminarkurs und die dazugehörige Tour "Transalp" war im vorigen Jahr von den beiden Lehrern ins Leben gerufen worden (das BT berichtete). Nun offerierten die Lehrer den Kurs erneut den Schülern der elften Klasse. "Wir sind eine komplett andere Strecke gefahren als 2016", erzählt Lehrer Reiß, "wir wollten, dass die Schüler die eigene Strecke planen und dann auch fahren."

Am ersten Tag ging es von Lenggries über den Schleimsattel ins Zillertal. Bereits am zweiten Tag machte das Wetter der Gruppe Probleme. "Wir wollten eigentlich über das Pfitscher Joch an der österreichisch-italienischen Grenze nach Sterzing fahren", berichtet Max Herbst, "aber aufgrund der Schneeverhältnisse mussten wir außen herum." In der ersten Unterkunft wurde die Gruppe gewarnt, dass es zu Schneefällen in der Höhe kommen könnte. "Deshalb mussten wir Plan B fahren, der aber auch geplant war", erklärt Reiß. "Plan B" hieß Brennerpass, der nicht ganz so hoch liegt, weshalb weniger Kälte drohte.

Schnee als Überraschung

Von Sterzing fuhren die Schüler am dritten Tag nach Brixen, über den Berg Plose zum Würzjoch. Auf 2000 Metern Höhe überraschte sie am nächsten Morgen eine schneeweiße Landschaft, die sie an Tag vier der Reise nach St. Kassian weiter begleitete. "Der Höhepunkt war der fünfte Tag. Die Strecke war relativ lang und hatte viele Höhenmeter", erzählt Reiß. Nachdem die Gruppe von Prolongia nach Arabba gefahren war, musste sie auch hier auf Plan B zurückgreifen. "Der zweite Übergang an dem Tag hätte über Porta Vescovo und 2600 Meter geführt. Das haben wir aber wegen der Schneeglätte sein lassen", erinnert sich Reiß. Deshalb habe die Gruppe den Pordaipass bis Predazzo genommen. Schließlich ging es am letzten Fahrtag über den Manghenpass ins Ziel: Calcerinca. "Am letzten Tag haben wir dann eine kurze Ausflugsfahrt nach Levico unternommen und ein bisschen ausgespannt", schließt Reiß.

Im Gegensatz zu 2016 hatten die Schüler keine Probleme mit Platten, sondern lediglich mit einer gerissenen Kette. Schwieriger waren die Wetterverhältnisse. "Das Wetter am ersten Tag hat mich überrascht", gesteht Fabian Rickers. Problematisch war jedoch vor allem die Kälte und Glätte.

"Oben war es sehr windig und kalt. Die Wege waren zugefroren. Teilweise war es sicherer, abseits der Wege zu fahren", berichtet Herbst, "wichtig war: Wenn der Lehrer absteigt, muss jeder absteigen."

Die theoretischen Grundlagen für die Tour lernten die Schüler im Seminarkurs: von Wartungen und den Komponenten eines Fahrrads über Erste Hilfe bis zu der richtigen Routenplanung. Aber auch der Umgang mit GPS-Daten, die Erstellung von Tageskarten mit Höhenprofil und die Unterkunftsplanung waren Bestandteil des Seminarkurses. Neben der Theorie gehörte außerdem das Training zum Lehrplan. Dazu wurde eine Mountainbike-AG angeboten, die Praxis schuf. "Der Großteil hat in der AG trainiert. Der Vorteil ist, dass man sich dann schon kennt. Ohne Training geht das gar nicht", betont Herbst.

Anstrengend sei aber auch die Dauerbelastung, die man beim eintägigen Training zu Hause nicht spüre. "Davor hatte ich auch Respekt, aber irgendwann ist man in seinen Tritt reingekommen. Zusammen geht es auch leichter." Ein Teil der Gruppe plane wohl jetzt schon eine transalpine Tour im Sommer.

Ob es ein weiteres Projekt "Transalp" gibt, ist noch unklar, der Seminarkurs läuft aber bereits. Die Lehrer sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. "Es war toll zu sehen, wie sich die Schüler selbst organisiert haben, um den Schwächeren zu helfen", freut sich Thomas Reiß über das "Riesenerlebnis".

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