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"Juwel" wird aufpoliert
Die Pflastersteine markieren die alten Stadttore - hier beim Storchenturm. Foto: Juch
19.10.2017 - 00:00 Uhr
Gernsbach (stj) - Das "Juwel" Altstadt aufzupolieren ist eins der vorrangigen Ziele von Julian Christ. Das betonte der Bürgermeister gestern anlässlich des vorläufigen Abschlusses der Stadttor-Markierung. Dieses Projekt, das auf eine Idee des verstorbenen früheren SPD-Stadtrats Klaus Gieser zurückgeht, macht die Lage der einstigen vier Stadttore (Unteres Tor, Oberes Tor, Färbertor, Storrentor) durch farbige Pflasterstreifen mit Granit- und Basaltsteinen im Straßenbelag sichtbar (wir berichteten).

Die Markierungen Storrentorstraße und am Gleisle-Areal folgen noch; genauso wie die Infotafeln, die den farbigen Straßenbelag verständlich machen sollen. Christ kündigte an, in Zukunft mehrere Initiativen zu einer Aufwertung und Attraktivitätssteigerung der Altstadt in die Wege leiten zu wollen. Konkret nannte er diesbezüglich die Neuauflage der Altstadtsatzung: "Mir geht es darum, die bauliche Situation zu verbessern." Die "Perle Altstadt" präsentiere sich angesichts mancher Missstände Bürgern und Gästen "unter Wert". Dies müsse man durch einen Optimierungsprozess ändern, der nun eingesetzt habe.

Regina Meier und Irene Schneid-Horn vom Arbeitskreis Stadtgeschichte nahmen dies gestern wohlwollend zur Kenntnis. Sie berichteten von vielen Einheimischen, denen ihrer Meinung nach das Bewusstsein für die historische Bedeutung der Papiermacherstadt fehle. Dieses zu schaffen, sei eine wesentliche Aufgabe des AK Stadtgeschichte. Dessen Mitstreiter sehen es als Verpflichtung an, den Bürgern zu erklären, wie Gernsbach früher war und warum es heute so ist. Dabei hänge viel von der Stadtmauer, den alten Stadttoren und der darauf aufbauenden städtebaulichen Entwicklung ab. Das aktuelle Projekt mit den Pflastersteinen sei ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Weitere müssten folgen: Zu vorderst der Erhalt der Stadtmauer (auch auf Privatgelände), die man begeh- und erlebbar machen möchte.

Stadtbaumeister Jürgen Zimmerlin freute sich gestern besonders, dass mit dem Projekt Stadttormarkierung ein alter Wunsch von Klaus Gieser in Erfüllung gegangen ist. Letztlich sei die Umsetzung ein Ergebnis aus dem Leitbildprozess. Im Zuge dessen habe Architekt Bernd Säubert die Planungsgrundlagen geschaffen, die man nun verwirklicht habe.

Durch die Pflastersteine ergebe sich auch ein "toller Effekt" für die Stadtführungen, sagte Zimmerlin. Mittelfristig soll der Optimierungsprozess in der Altstadt auch den Einzelhandel wieder stärken, ergänzte Julian Christ. Um künftig auch das Eingangstor zur Altstadt aufzuwerten, möchte der Bürgermeister in Sachen Brückenmühle wieder "Dampf machen". Hier sei der Gesprächsfaden zwischen seinem Vorgänger Dieter Knittel und dem Eigentümer zuletzt ziemlich abgerissen. Diesen hat der neue Schultes jetzt wieder aufgenommen, einen ersten Kontakt habe es bereits gegeben, so Christ: "Die Situation ist nicht einfach, aber wir brauchen hier bald deutliche Fortschritte."

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